[Buchbesprechung] Jonas Moström – Mitternachtsmädchen

Hallo ihr Lieben,

endlich wieder ein Schwedenkrimi, der mich begeistern konnte. “Mitternachtsmädchen” ist ein mein erster Jonas Moström Krimi und ich war schon gespannt darauf, wie es ist einmal einen ruhigen schwedischen Krimi zu lesen, der nicht blutrünstig ist. Wie er mir gefallen hat, erfahrt ihr in der Besprechung

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Klappentext von der Verlagsseite

»Es geht auch fast ohne Blut … und ist trotzdem wahnsinnig spannend.« Oliver Steuck, WDR 2 Lesen

Uppsala im Frühling: Die Studenten der Universitätsstadt feiern die Walpurgisnacht, als im Hörsaal der Anatomie die Leiche einer blonden Studentin gefunden wird, die eindeutige Würgemale aufweist. Schon zuvor wurden mehrere blonde Frauen überfallen und gewürgt. Genau wie bei der toten Studentin, fehlte allen Opfern der linke Schuh.
Die Polizei will ein Täterprofil erstellen und ruft Psychiaterin Nathalie Svensson zu Hilfe. Zermürbt vom Scheidungskrieg mit ihrem Ex-Mann stürzt Nathalie sich in die Ermittlungen. Denn das Opfer ist die Tochter einer guten Freundin, und ihr ist klar: solange der Täter nicht gefasst wird, ist keine junge Frau in Uppsala sicher.

»Jonas Moström schreibt mit einer nie nachlassenden Intensität, die den Leser durch die Nacht treibt.« Arne Dahl

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Jonas Moström wurde 1973 geboren. Er begann während seiner Elternzeit damit, an seinem ersten Roman zu arbeiten, der 2004 erschien. Seine Krimis um Psychiaterin Nathalie Svensson sind in Schweden Bestseller. Er lebt und arbeitet als Arzt in Stockholm.

Erster Satz:

Irgendwas stimmte mit dem Schloss nicht.

Aufbau:

“Mitternachtsmädchen” umfasst ein Personenverzeichnis, Prolog und 97 Kapitel. Erzählt wird aus der dritten Person aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Handlungszeitraum sind ein paar Tage im Mai 2016. Einschübe aus der Vergangenheit.

Meinung:

Nathalie Svensson, Psychologin und Mitglied eines Profilerteams, dass in ganz Schweden eingesetzt wird, steckt in einen schwierigen Sorgerechtsstreit mit ihrem Mann Hakån, als in Uppsala eine junge Studentin ermordet aufgefunden wird.
Mit der Protagonistin habe ich zu Beginn so meine Probleme gehabt, das mag zu einem daran liegen, dass ich die beiden Vorgängerbände nicht gelesen habe, und zum anderen auch daran, dass ich nicht mit ihrer Art zu Recht kam. Aber das hat sich während des weiteren Lesens gebessert und zum Ende hin mochte ich sie immer mehr. Ihre ruhige Denkweise zieht sich durch den ganzen Krimi.
Überhaupt hat Moström seine Charaktere sehr gut gezeichnet. Da ist Schytt, der Leiter der Ermittlung, bei dem man nie weiß, was er überhaupt weiß oder stochert er nur im Nebel herum. Granstam, der unter Schlafstörungen leidet und daher etwas schwerfällig daher kommt. Außerdem Johan, der als Ermittler in Stockholm tätig ist und zum Team dazu gestoßen ist. Mein besonderer Liebling ist allerdings Tim Walter, der Kriminaltechniker und Computergenie, seine analytische Denkweise und auch seine Unsicherheit außerhalb seines geschützten Bereichs macht ihn direkt sympathisch.

Das Setting finde ich gelungen. Uppsala nördlich von Stockholm als Schauplatz eines Kriminalfalls zu haben und nicht immer die schwedische Hauptstadt ist eine Abwechslung. Moström beschreibt in “Mitternachtsmädchen” auch Teile der Stadt und so wird sie greifbar gemacht mit der Universität, der Bibliothek, dem Linee-Park, Gustavinum und dem Dom.  Gerade die Beschreibung von Uppsala hat mich in die Story hineingezogen und ich konnte förmlich die Stadt vor mir sehen.

Seine bildhafte Beschreibung des Ortes lebt Jonas Moström zum Glück nicht in der Darstellung der Taten aus. Er beschreibt weder die Verbrechen, noch greift er zu einer plastischen Darstellung zurück. Die Spannung kommt unterschwellig zutage und wird nicht künstlich durch Actionszenen hochgezogen.  Vielmehr gelingt es ihm durch die stetige Erzählung der Ermittlung, den Gesprächen von Nathalie mit den Eltern der toten Studentin und ihrer besten Freundin,  den zwischenmenschlichen Begebenheiten, die Spannung im Laufe der Handlung ansteigen zu lassen.

Gerade dieser ruhige Erzählstil und die kurzen Kapitel, die logisch aufeinander aufgebaut sind, ohne etwas zu verraten, machen diesen Krimi zu einem Lesevergnügen. Cliffhanger hat Moström gekonnt eingesetzt, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Ein richtig genialer Pageturner, den ich auch ohne Vorkenntnisse der beiden ersten Bände lesen konnte, da die Fälle immer abgeschlossen sind und nur die Rahmenhandlung übernommen wird.

Fazit

“Mitternachtsmädchen” von Jonas Moström ist ein ruhiger schwedischer Krimi um ein Emittlerteam, das sich sehr von den sonst düsteren skandinavischen Teams abhebt. Ein Krimi von mehr als 500 Seiten, den man nicht mehr aus der Hand legen will, bis Nathalie und ihr Team den Täter gefasst hat.

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Bibliografische Angaben
Autor: Moström, Jonas Übersetzer: Mißfeldt, Dagmar; Pröfrock, Nora Titel: Mitternachtsmädchen Originaltitel: Midnattsflickor Reihe: Nathalie Svensson  Band:  3 Seiten: 512 ISBN: 9783548291239 Preis: 10,00 € (Taschenbuch) Erschienen: 22.02.2019 bei Ullstein

 

Für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars bedanke ich mich herzlichst bei

und  

 

Eure

Kerstin

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7 Antworten auf „[Buchbesprechung] Jonas Moström – Mitternachtsmädchen“

  1. Huhu :-*

    Ich bin ja schmerzfrei in Geschichten, ob buch/Hörbuch, Film oder Theater. Aber finde auch das Geschichten nicht blutgetränkt sein müssen, um ein guter Krimi oder Thriller zu sein. Und nun fing ich an, deine Rezension zu lesen und Vorgänger sprang mich an :( Oder könnte man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen? Denn angefixt hast du mich nun schon!

    Sind die Ortsbeschreibungen denn Raum einnehmend oder einfach gut skizziert und integriert?

    1. Huhu zurück,

      Ich habe auch den dritten Teil zuerst gelesen. Band 1 und 2 sind noch auf dem Reader. Du kannst ihn gut ohne Vorkenntnisse lesen. Der Fall ist abgeschlossen und nur die Rahmenhandlung um Natalie Svensson ist aufeinander aufbauend. Wenn du nur auf den Fall Wert legst ist es egal.

      Uppsala ist in dem Buch gut integriert nicht ausufernd, sondern schön allgemein gehalten. Nicht tiefgehend und detailreich, aber präsent. Es wird ab und an was einfließen gelassen, aber nicht die Geschichte runter gebetet.

      Ich bin jedenfalls schon auf deine Meinung gespannt und was du zum Handlungsbogen sagen wirst.

      Liebe Grüße

      Kerstin

      1. Hmmm, ich behalte die Reihe mal im Blick, vielleicht steige ich bei diesem irgendwann ein oder ich erstöbere mal Band 1. Wenn mir der Klappentext zusagt, starte ich von vorne. Muss ja langsam wirklich überlegen ob ein Buch einzieht, der Platz wird eng und dann ist da noch #WirLesenFrauen wo nicht alles vom RuB ist und die Messe steht auch vor der Tür … und der Freund mir im Nacken, weil es eben eng wird – ich darf für meine ungelesenen nur das eine Regal nutzen :D Platzgründe, keine Vorschrift wirklich – mein Freund klingt gerad wie König garstig, iser nicht (=

        Präsent aber nicht ausufernd bezüglich der Ortsbeschreibungen sagt mir zu. Ich mag es nur einfach nicht wenn es zu ausufernd wird und der Geschichte ihren raum nimmt.

        1. Huhu,

          Ich kann es dir nur empfehlen.

          Bei mir sieht es nicht besser aus. Ich bräuchte noch ein neues Regal. Aber erst mal zum Schweden kommen.

          Kann mir auch gar nicht vorstellen, dass jemand zu dir garstig sein könnte. Bist doch ein Schatz.

          Dann wäre “Lago Mortale” nichts für dich. Ein Reiseführer würde es eher treffen als die Bezeichnung Krimi. Besprechung kommt am 5. dazu.

          Liebe Grüße
          Kerstin

          1. Hachz <3 Aber doch, der Freund kann garstig mit mir werden, ich muss aber gestehen, wenn überhaupt dann meist berechtigt :D

            Und neues Regal passt einfach nicht mehr – aber ich werde Meisterin im Stapeln *lach

          2. Huhu Janna,
            In Stapeln bin ich Großmeisterin. Irgendwie müssen die Bücher ja unter gebracht werden.
            Wenn er ja nicht immer schimpft. :-) geht es ja.
            Liebe Grüße
            Kerstin

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