[Buchbesprechung] Terry Pratchett – Die Farben der Magie

diefarbendermagieKlappentext von der Verlagsseite:

Der erste Tourist auf der Scheibenwelt.

Der Magier Rincewind ist vom Pech verfolgt – erst wird er von einem geltungssüchtigen Zauberspruch befallen, dann verliert er seine Stelle an der Unsichtbaren Universität. Fortan verdingt er sich als Fremdenführer für den ersten Touristen auf der Scheibenwelt. Und natürlich geht auf der Reise so ziemlich alles schief … – Mit diesem Band beginnt Terry Pratchetts legendärer »Scheibenwelt«-Zyklus.

Autoreninfo von der Verlagsseite:
Terry Pratchett, geboren 1948 in Beaconsfield, England, erfand in den Achtzigerjahren eine ungemein flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte ruht, und hatte damit einen schier unglaublichen Erfolg: Ein Prozent aller in Großbritannien verkauften Bücher sind Scheibenweltromane. Jeder achte Deutsche besitzt ein Pratchett-Buch. Bei Piper liegen der erste Scheibenweltroman »Die Farben der Magie« sowie die frühen Bände um Rincewind, Gevatter Tod, die Hexen und die Wachen vor – Meisterwerke, die unter den Fans einhellig als nach wie vor unerreicht gelten. Terry Pratchett erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »World Fantasy Lifetime Achievement Award« 2010.

Erster Satz:

In einer fernen und nicht mehr neuen Dimension, in einer astralen Sphäre, die das unmögliche zur Norm erhebt, wogen die Sternennebel und teilen sich…. Seht nur…. Dort kommt die Schildkröte Groß-A’Tuin.

Aufbau:

“Die Farben der Magie” umfasst 272 Seiten und ist aufgeteilt in einen Prolog, vier weitere Kapitel und einem Ende-Kapitel.

Inhalt:

Rincewind, ein Zauberer der Scheibenwelt, muss Zweiblum, den ersten Touristen der Scheibenwelt im Auftrag von dem Patrizier als Reiseführer und Übersetzer arbeiten. Mit der Aussicht auf ein fürstliches Honorar nimmt er den Auftrag an. Zweiblum, der als Versicherungs-Risiko-Analyst tätig ist, bringt Ankh-Morpork das System der Feuerversicherung näher und wie sollte es anders sein die Stadt brennt nieder. Daraufhin flüchten Rincewind und Zweiblum und begegnen unterwegs Hrun, den Drachen vom Wyrmberg und dem Erzastronom von Krull.

Meinung:

Sollte die Scheibenwelt und ich wirklich zusammenpassen? Lange war ich der Meinung, sie ist zu bizarr, zu abgedreht, um mir gefallen zu können. Eine Welt als Scheibe getragen auf vier Elefanten und dann noch auf einer Schildkröte quer durch das Weltall. Ne, das kann nichts für mich sein, war meine Meinung. Und dann kam mir dann doch der Gedanke: Versuch’ es doch einfach mal. Mehr als Scheitern kann es nicht und der Verlust von ein paar kostbaren Lesemomenten mit sich bringen.

Zunächst war ich noch skeptisch, denn der Anfang war mehr als bizarr, aber dann einfach nur der Gedanke, vergesse dein Unbehagen, das es so eigenartig ist, und lese. Was soll ich sagen, je mehr Seiten ich gelesen habe, umso genialer fand ich das Universum, das Pratchett geschaffen hat. Eine phantastische Welt, mit tollen Charakteren und so langsam wurde ich zum Touristen auf der Scheibenwelt.
Ich begleitete Rincewind durch Ankh-Morpork, lernte Zweiblum und auch die Gilden kennen, amüsierte mich köstlich über Gevatter TOD und musste doch immer und immer wieder über Rincewind lachen. Der verhinderte Zauberer ist wirklich genial und Rincewind wäre nicht Rincewind, wenn er nicht von einem Schlamassel in den nächsten kommen würde, da hilft nur eins weglaufen und das macht er ja auch am liebsten.
Mein anderer Lieblingscharakter ist Gevatter TOD. Ein wahrlich genialer Charakter, der verzweifelt versucht Rincewind zu packen und daraus zum Schluss ein Hobby bekommt. Neben diesen beiden Charakteren hat es mir auch die Truhe mit ihren vielen Beinchen und der Klappe angetan. Über sie und ihren Spürsinn Zweiblum wieder zu finden musste ich immer wieder lachen.

Terry Pratchetts phantastische Scheibenwelt ist derart komplex, dass ich immer wieder über Stellen stolperte, die mich sprachlos, nachdenklich und amüsierten. Selten habe ich oder besser noch nie habe ich in einem einzigen Buch so viele phantastische Figuren kennengelernt: Dryaden, Trolle, Barbaren, Drachen, Elfen, Götter und Wasserwesen. Einfach genial und ich bin auch jetzt nach dem Ich das Buch schon eine Weile beendet habe immer noch in Gedanken auf der Scheibenwelt.

Nicht nur die erschaffene Welt und die Charaktere machen das Buch so gut, sondern auch die versteckte Gesellschaftskritik mit den Fähr- Sicherungen und den Forschungsdrang machen das Buch zu etwas Besonderen. Hinzu kommt Pratchetts humorvoller Schreibstil, der so manche Rincewind und Zweiblum Situation so humorvoll beschrieb, dass man einfach nur lachen musste und es schaffte, dass mir vieles an und auf der Scheibenwelt komisch vorkommen ließ. Ein Grund dafür mögen die Sprünge gewesen sein von Ankh -Morpork zu den Dryaden, dann zum Wyrmberg und letztlich zum Randfall. Das ging teilweise sehr schnell, wenn man allerdings bedenkt, dass “Die Farben der Magie” der Einstiegsband in Pratchetts “Scheibenwelt” ist und somit die gesamte Welt einmal vorgestellt werden sollte, ist dies sehr gut gelungen.

Fazit

Ich verneige mich vor Terry Pratchett, der mir mit “Die Farben der Magie” ein tolles Leseerlebnis bereitet hat und mich in die bizarre Scheibenwelt entführt hat. So schnell werde ich die sicher nicht mehr verlassen, vor allen Dingen, da die Folgebände bereits bei mir eingezogen sind.

Buchinfo:
Terry Pratchett – Die Farben der Magie (The Color of Magic)
Taschenbuch 272 Seiten
Piper 2004
ISBN-13: 978-3-492-28510-0
Preis: 9,99 €

Bewertung:

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8 Antworten auf „[Buchbesprechung] Terry Pratchett – Die Farben der Magie“

  1. Ich freu mich, dass dich die Scheibenwelt so in ihren Bann ziehen konnte. Wenn ich deine Beschreibungen hier so lese, fürchte ich ja nur, dass es mir anfangs schwer fallen würde, die Figuren auseinanderzuhalten. Aber wunderbar verrückt klingt das Ganze schon :) Ich bin gespannt, wie dir die weiteren Bände gefallen und werde deine weiteren Aufenthalte in der Scheibenwelt gebannt verfolgen :)

    1. Hallo Kathrin,
      die Namen machen einen zu Beginn verrückt, aber je mehr Seiten man gelesen hat, umso einfacher werden die Namen.
      Die Scheibenwelt ist verrückt, aber auch wunderschön!
      Der nächste Aufenthalt wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.
      Liebe Grüße
      Kerstin von Wörterkatze

  2. Hallo und vielen Dank für diese tolle Rezi. Ich lese viel Fantasy und habe auch den einen oder anderen Scheibenweltroman schon in den Händen gehalten, konnte mich jedoch bisher nocht nicht dazu durchringen einen zu lesen. Das liegt vermutlich daran, dass ich gerne mit dem ersten Band der Reihe beginnen würde und der anfangs, wie Du schon beschrieben hast, etwas bizarr beginnt. Ich denke, man muss sich da schon erst bisschen reindenken. Ich habe auch schon ein paarmal reingelesen, dann aber immer wieder aufgehört. Deine Rezi hat mich jedoch motiviert es demnächst mal zu versuchen und ich freue mich schon darauf. :)
    Ich lese vor allem viele Jugendbücher, YA und Fantasy im englischen Original. Pratchett auf Englisch wird daher sicher ganz gut werden. Es wird dann natürlich auch eine Rezi in meinem Blog geben (Bücher wie Sterne). Danke nochmal für deine.

    Jay

    1. Hallo Jay,
      ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich schon in den vergangenen Jahren “Die Farben der Magie” in den Händen hielt und dann wieder ins Regal der Buchhandlung zurückstellte. Es war mir immer zu abgedreht der Beginn und hätten mir gute Freunde nicht dazu geraten mal mit dem Buch zu beginnen, wäre nun eine wirklich gute Reihe an mir vorbeigegangen.
      Zunächst musst du dich durchkämpfen und wundere dich nicht über die Sprünge bei den Kapiteln, einfach Augen zu und durch. Ich hoffe, du wirst begeistert sein und auch ein Fan der Scheibenwelt werden.

      Liebe Grüße

      Kerstin von Wörterkatze

  3. Was mir an Pratchett so gut gefällt ist, dass die Charaktere trotz allem Klamauk und aller Skurrilität in sich schlüssig und glaubhaft sind, und dass sich dahinter auch eine ganze Menge Weisheit versteckt.

    Der TOD ist einfach mein Liebling, der ist so putzig… Ich habe schon öfter gedacht, wenn der echte Tod so wäre, dann könnte man wirklich mit einem Lächeln abtreten.

    1. Hallo Mikka,
      da muss ich dir recht geben. TOD ist wirklich, auch für mich als Pratchett Neuling, der absolut Beste bisher an der Scheibenwelt. Rincewind ist etwas tollpatschig, aber auch liebenswert. Ich freue mich schon auf den zweiten Band – vermutlich direkt nach “Die Seiten der Welt”.
      Liebe Grüße
      Kerstin von Wörterkatze

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