[Buchbesprechung] Martin Krist – Böses Kind

Hallo ihr Lieben,

heute ist nun der deutsche Indieauthorday #IndieauthordayDE initiiert von Kerstin und Janna von KeJas-Blogbuch. Grund genug für mich, euch auch ein Buch eines Indieautors vorzustellen. Es ist für mich der zweite Thriller von Martin Krist, der früher bei einem Verlag unterVertrag war, aber nun seit 2017 als Indie-Autor tätig ist  Wenn ihr wissen wollt, um welches Buch es sich handelt, dann klickt einfach auf weiterlesen.


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Klappentext von der Autorenseite

Jede Lüge hat ihren Preis. Diese wird dich töten.

Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.

Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.

Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Der erste Fall für Kommissar Henry Frei.

Autoreninfo von Amazon:

Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers aus Berlin. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig und veröffentlichte in unterschiedlichen Genres Bücher. Nach einer Biografie über eine Rotlichtgröße aus dem Ruhrgebiet, über Tattoo-Theo, über die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido und die Grunge-Ikone Kurt Cobain sowie zahlreichen anderen Buchprojekten, konzentrierte er sich ab 2005 auf Krimis und Thriller.

Erster Satz:

Als sie erwacht,  ist fast dunkel in dem Zimmer.

Meinung:

Seit “Brandstifter” warte ich immer sehnsüchtig auf einen neuen Martin Krist Thriller. Denn seine Schreibe ist ehrlich und deutlich, im vergangenen November kam nun der erste Teil der Henry Frei-Reihe auf dem Markt und ich hat nichts eiligeres zu tun als mir das Buch zu besorgen. Damals direkt gelesen und ich war so geflasht, dass ich es noch mal sacken lassen musste. Dann habe ich es kurz nach Erscheinen des zweiten Thrillers mit Henry Frei noch einmal gelesen und ich war wieder begeistert. Nun genug der Vorrede und der Vorschusslorbeeren, jetzt wird es genauer.

Henry Frei ist ein eigensinniger Emittler und auch in charmanter Weise ein Pedant, wenn ich an seine Ordnungsliebe denke. Er ist dennoch nicht immer ergründlich und allzu oft fragte ich mich während des ersten Bandes, was in seinem Kopf vorgeht. Dabei macht ihn seine Pedanterie nicht unsympathisch, denn er denkt logisch und konsequent seine Fälle durch. Damit kommt seine Kollegin Louise Albers, seit kurzem junge Mutter, gut klar, wohingegen Charlie, der neue Kollege, so seine Probleme hat. Aber Frei ist nicht nur der Kommissar, sondern auch Privatmensch: Glücklich verheiratet mit einer Ärztin, Vater eines pubertierenden Teenagermädchens und eines Jungen mit Asperger-Syndrom. Gerade die familiären Momente machen ihn sympathisch und ich finde es richtig angenehm, mal einen Kommissar zu erleben, der nicht emotional kaputt ist und an der Flasche hängt. Er ist realistisch gestaltet ohne dabei der Super-Cop zu sein.

Der erste gemeinsame Fall des Trios ist das Verschwinden von Jacqueline. Ihre alleinerziehende Mutter ist der krasse Gegenpart zu Frei. Hoffnungslos überfordert mit der Situation, eingepfercht in einer kleinen Wohnung mit ihrer Teenagertochter, ihrem siebenjährigen Sohn und ihrem Baby versucht sie nach der Trennung von ihrem Mann mit der Situation umzugehen.
Suse Pirnatt ist für mich schwer zu ertragen, sie ist anstrengend und allzu oft habe ich das Gefühl gehabt, dass sie falsch spielt und es alles anders ist als sie es darstellt.  Dennoch ist ihre Verzweiflung um ihre verschwundene Tochter realistisch, da sie glaubt, das sie mit ihren missratenen Drogenfreund zusammen ist.

Auch Frei und Albers haben ihre Probleme mit ihr und geraten daher oft in Probleme. Vor allen erinnert Frei das Verschwinden von Jacqueline an ein Fall aus der Vergangenheit, der ihn wieder einholt.

So genial wie die Charaktere dargestellt sind ist auch der Plot. Es sind sehr kurze Kapitel und dadurch verfolgt man rasant die Ermittlungen und die Seiten fliegen nur so weg. Es ist ein echter Pageturner und ich hatte das Buch auch beim zweiten Mal lesen in einem Stück durchgelesen. Wobei die Handlung nichts für zartbesaitete Gemüter ist, denn es geht hochher. So schildert Krist die Morde schon genau und deutlich. Was mir immer wieder einen leichter Schauer über den Rücken fließen ließ. Etwas Grusel liebe ich und daher war ich froh, dass es immer wieder einen Wechsel innerhalb der Handlung war und ich durchatmen konnte.
Dennoch kommen die Erkenntnisse nicht abrupt, sondern man erfährt sie mit den Kommissaren zusammen. Eine Art, die mir bisher noch nicht so oft untergekommen ist, und mir sehr gefallen hat.
Der eigentliche Fall ist mit dem ersten Band der Trilogie auch abgeschlossen, dennoch schafft es Krist Cliffhanger zu setzen, die nicht ohne sind. All zu sehr hoffe ich darauf, dass der rote Faden der Rahmenhandlung in den nächsten Bänden noch aufgelöst wird, denn ich möchte wirklich wissen, was damals vorgefallen ist und wie Frei darin verstrickt ist.

Etwas hat mir dennoch missfallen, das abrupte Ende des Falls und die Aufklärung davon sie war zwar stimmig, aber irgendwie kam sie für mich zu plötzlich sowohl beim ersten als auch beim zweiten Lesen. Darauf konnte ich mich wieder nicht einstellen und es war für mich die einzige Enttäuschung. Ich hätte sehr gerne viel länger im Buch verweilt beim pedantischen Frei, der übermüdeten Albers und den querdenkenden Charlie.

Fazit

Ein spannender erster Fall mit Henry Frei, mit nicht eindimensionalen Charakteren, rasanten Plot und flotter Schreibe, so dass die Seiten nur so wegflogen.

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Bibliografische Angaben
Autor: Krist, Martin Übersetzer: Titel: Böses Kind Originaltitel:Reihe: Henry Frei  Band:  1 Seiten: 320 ISBN: 9783745035292 Preis: 9,90 € (Taschenbuch)/ 3,99 € (E-Book) Erschienen: 26.10.2017 bei R&K

 

Eure

Kerstin

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