[Lesenacht] Büchertreff Dezember 2015

logo_büchertreff.deJeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsam ihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne.  Und habe mich für dieses hier entschieden:daserlkönig-manöver

Klappentext von der Verlagsseite:

»So blitzgescheit und gewitzt kann Literaturgeschichte sein!« Focus

Im Februar 1805 setzt eine bunte Truppe im Schutz der Dunkelheit über den Rhein: Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller, Achim von Arnim und Bettine Brentano sowie Heinrich von Kleist und Alexander von Humboldt. Ihr Auftrag: den wahren König von Frankreich aus dem französisch besetzten Mainz zu befreien. Ihr Gegner: Kaiser Napoleon I., der mächtigste Mann der Welt. Mit intelligentem Witz und fundierter Sachkenntnis beschert uns Robert Löhr einen hinreißenden historischen Roman um die Ikonen der deutschen Literatur.

Von Robert Löhr habe ich bereits “Frau Mustermann” gelesen und von seinem Erzählstil war ich begeistert, dann bin ich nun mal auf Goethe und Gefährten gespannt. Bis später heute Abend!

20.53 Uhr

Die ersten dreißig Seiten sind gelesen und ich bin mal wieder begeistert von Robert Löhrs Schreibstil. Goethe ist wirklich eine Marke und Schiller versucht ihn immer wieder zu bremsen in seinem Enthusiasmus und Wesen. Und nun auch noch den wahren König von Frankreich retten. Das wird ein Fest. Schnell weiter lesen. Bin gespannt, was Schiller von dem Plan hält.

22.16 Uhr

Das zweite Kapitel ist gelesen und nun taucht auch Alexander von Humboldt auf. Gemeinsam mit Schiller und Humboldt macht sich Goethe nun auf dem Weg nach Mainz. Obwohl er ein Weltbürger ist und es ihm eigentlich egal ist, was passiert, so hat er dennoch etwas gegen Napoleon und will nun den jungen Dauphin retten. Gemeinsam mit Schiller möchte er ihn dann nach seinen Wünschen formen.
Bin gespannt, ob dies gelingt und ob der junge Dauphin in Mainz ist. Erst mal geht es jetzt im dritten Kapitel nach Frankfurt.

23.56 Uhr

Nun ist auch das dritte Kapitel beendet und ich habe mit Goethe, Schiller und von Humboldt Frankfurft besucht und auch wieder verlassen. Nun mit zwei weiteren Reisepartnern Bettine Brentano und Achim von Arnim.
Dann meinen Schiller und Goethe auch noch verfolgt zu werden, dabei ist es nur ein Fan von Goethes Werther.
Nun auf den Weg in den Hunsrück.

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[Lesenacht] Büchertreff November 2015

logo_büchertreff.deJeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsam ihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne.  Und habe mich für dieses hier entschieden:

gruen_kompl_schutz_01.inddKlappentext von der Verlagsseite:

Erfolgsautorin Sara Gruen («Wasser für die Elefanten») legt mit ihrem neuen New-York-Times-Bestseller eine fesselnde und ergreifende Geschichte in einem abgelegenen Dorf in den schottischen Highlands vor. «Eine bewegende Liebesgeschichte: ein schottisches Downton Abbey», urteilt Publishers Weekly.

Im Januar 1945 reist die wohlhabende Maddie zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund in ein abgelegenes Dorf in den schottischen Highlands. Der exzentrische Ellis will die Existenz der sagenumwobenen Nessie beweisen, Krieg hin oder her. Ausgestattet mit Fernglas, Kompass und Kamera begeben sich die beiden Männer Tag für Tag auf Exkursion. Maddie bleibt allein zurück in der kargen Pension dieses fremden Ortes. Immer stärker stellt sie ihr bisheriges Leben in Frage. Wer ist sie, und was will sie? Da lernt sie die Menschen der Pension kennen, zwei Mägde und den geheimnisvollen Pensionsbesitzer Angus. Und plötzlich weitet sich ihr Blick für überraschende Möglichkeiten des Lebens …

Geballte Erzählkraft vor der atmosphärischen Kulisse von Loch Ness: eine packende Liebesgeschichte, ein mitreißendes Porträt weiblicher Emanzipation, eine Hymne auf die Kraft der Freundschaft.

Mir ist mal wieder nach einer schönen Geschichte in einer schönen Landschaft. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

20.20 Uhr

Die ersten Seiten in “Die Frau am See” von Sara Gruen habe ich schon gelesen und bin wieder einmal begeistert von ihrem Stil. Der Prolog spielt im Jahr 1942 in den schottischen Highlands. Mhairi, die Frau, verliert erst ihre gerade geborene Tochter und dann noch ihren Mann im Krieg. Sie verkraftet es nicht.
Dann gibt es im ersten Kapitel einen Sprung in den Januar 1945. An der Stelle bin ich nun.

21.55 Uhr

Die nächsten Kapitel sind gelesen und Sara Gruen hat die Gabe immer Zeitwechsel zu machen. In den ersten drei Kapiteln inklusive Prolog drei Mal. Ich mag so etwas und ich kann bisher der Geschichte auch gut folgen.

Mittlerweile habe ich Ellis, Maddies Mann kennen gelernt, der sehr unter seiner Untauglichkeit für den Krieg leidet. Was zum einen an seinen herrschsüchtigen Vater, einen Veteran des Ersten Weltkriegs liegt, der seinen Sohn für einen Schwächling hält. Die Mutter ist auch nicht besser, denn sie verurteilt ihren Sohn, nicht wegen seiner Untauglichkeit, sondern weil er Maddie geheiratet hat. Daer will Ellis nun unbedingt nach Schottland und die Entdeckung seines Lebens zu machen, zusammen mit Hank und seiner Frau Maddie, um sich gegenüber seinen Vater zu beweisen.

Auch wenn der Vater bisher nicht in Erscheinung getreten ist, ist er mir schon unsympathisch. Die Mutter kommt auch nicht gut weg und ich kann die beiden schon verstehen, dass sie sich nach Schottland auf machen.

Mal sehen, wie nun der Weg nach Schottland geht. Überfahrten mit dem Schiff gibt es nicht mehr, seit der Versenkung der Athenia. Mal sehen, was sich Sara Gruen einfallen lässt.

22.22 Uhr

Was für ein drittes Kapitel. Ellis hat sich auf der Silvesterparty der Pews daneben genommen und seine Eltern haben dies direkt gesteckt bekommen. Kein Wunder, wenn der missratene Sohn, so herum schreit und total betrunken ist ebenso seine Frau.

Jedenfalls gibt es beim Abendessen Knatsch und einen handfesten Streit zwischen den Familienmitlgliedern. Dabei kommt auch heraus, dass der Colonel die Öffentlichkeit betrogen hat und diese Geschichte ein Tabu ist, dass der Sohn nun gebrochen hat. Als Strafe dafür setzt er Ellis und Maddie vor die Tür.

Was für eine meschuggene Familie.

Mal sehen, wie es weiter geht. Ich mag Ellis und Maddie.

22.52 Uhr

Gelinde gesagt, manchmal könnte ich Ellis an die Wand klatschen, wenn er Maddie anbrüllt, die für nichts kann. Er hat so wenig Selbstwertgefühl und rennt der Illusion hinterher, dass es in Schottland ein Ungeheuer gibt. Hank bestärkt ihn auch noch darinnen, und alles nur, weil Ellis seinen Vater imponieren will oder besser gesagt ihn ausstechen will.
In den ersten vier Kapitel habe ich viel Verzweiflung, Hass, Neid und Misstrauen erlebt. Etwas fröhliches habe ich noch nicht mitbekommen.
Außerdem frage ich mich, wie alt die drei sind, angeblich erwachsen. Ellis und Maddie sind seit viereinhalb Jahren verheiratet, dürften also Anfang zwanzig sein, benehmen sich aber manchmal wie die größten Kindsköpfe.

00.19 Uhr

Wenn ich Ellis schon für einen Kindskopf gehalten habe, so ist Hank einfach ein arroganter Wichtigtuer. Sara Gruen schafft es wirklich, dass man die Charaktere aus Amerika, zwar versteht in ihren Tun, aber nicht sympathisch findet. Bisher kommt mir Maddie als einzige normal vor, sofern man von normal reden kann, wenn man sich auf so ein Unterfangen während des zweiten Weltkriegs einlässt.
Sogar der Wirt ihrer schottischen Pension hält sie alle drei für meschugge.

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[Lesenacht] Büchertreff September2015

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Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne.  Und habe mich für dieses hier entschieden:

Der Federmann von Max Bentow
Klappentext von der Verlagsseite:

Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird, erwartet ihn eine grausame Inszenierung: Der jungen Frau wurden die Haare abgeschnitten, ein zerfetzter Vogel ist auf ihrem Körper platziert. Trojan und sein Team sind entsetzt, doch noch während sie die ersten Ermittlungen einleiten, ereignet sich ein zweiter Mord: Wieder hatte das Opfer lange blonde Haare, und wieder hinterlässt der Federmann einen makabren Gruß in Gestalt eines toten Vogels. Unterstützt von der Psychologin Jana Michels macht sich Trojan an die Lösung des Falls – und befindet sich unvermittelt auf einer Reise in die tiefsten Abgründe einer kranken Seele.

Mir ist heute nach einem Thriller und heute Abend werde ich dann auch immer etwas zum Buch hier schreiben und euch meine Eindrücke vermitteln. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

21.27 Uhr

Seit mehr als einer Stunde lese ich nun in “Der Federmann” von Max Bentow und ich bin wirklich ein Langsamleser. Zunächst war ich ja skeptisch, ob mich Bentows Stil so anstrengt wie Fitzeks mit seinem stetigen Wechsel und drauf setzen von Elementen, aber
nach Prolog und dem ersten Kapitel kann ich schon mal sagen, dass Bentow anders als Fitzek schreibt. Vom ersten Moment ist Spannung und auch leichter Grusel da. Perfekt! Es ist spannend und ich werde wohl Vögel nach diesem Thriller mit anderen Augen sehen.
Auch Trojan als Charakter gefällt mir. Ich mag Charaktere mit Ecken und Kanten. Bei ihm kommt noch Panik hinzu, etwas menschlicher als so mancher Superheld. Ich lese mal geschwind weiter.

22.26 Uhr

Eine weitere Stunde ist vorbei und Bentow braucht wirklich keine lange Einleitung um auf den Punkt zu kommen. Auch wenn ich es liebe, wenn sich eine Geschichte langsam entwickelt, so finde ich es bei einem Thriller besser, wenn es schneller geht. In den ersten zwei Kapiteln hat er die Akteuere vorgestellt und nun geht es bereits im dritten mit einem Mord weiter. Heftig und auch die Beschreibung der Toten, nichts für zartbesaitete, aber auch kein Splatter. Spannend!

23.42 Uhr

Ich vermute, dass ich dem Federmann begegnet bin, aber sich er bin ich mir nicht. Er scheint ein einsamer Mensch zu sein. Im übrigen taucht er immer wieder mal auf. Immer noch spannend und schon seit langem nicht merh so einen packenden Thriller gelesen.

Mittlerwiele frage ich mich, weshalb ich den Thriller nicht früher aus dem Regal geholt habe.

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[Lesenacht] Büchertreff August 2015

logo_büchertreff.deJeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsam ihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne.  Und habe mich für dieses hier entschieden:
978-3-426-51206-7_Druck
Klappentext von der Verlagsseite:

November 1989. »Willkommen in Westberlin«, dröhnt es aus einem Lautsprecher, als die Ostberliner Studentin Alex­andra von der Menschenmenge in die Arme eines jungen Mannes gedrängt wird. Liebe auf den ersten Blick!
Berlin vor dem Ersten Weltkrieg. Die junge und mutige Paula setzt sich leidenschaftlich für Frauen- und Arbeiterrechte ein. Ihre Träume von einer neuen, gerechteren Welt teilt sie mit dem charismatischen Studentenführer Clemens, mit dem sie Seite an Seite kämpft.
Damals, als sie unsterblich waren, beginnt ihre dramatische Geschichte, die auch die Geschichte unseres Landes ist und die Jahrzehnte später Alexandras Welt für immer verändern wird.

Heute Abend werde ich dann auch immer etwas zum Buch hier schreiben und euch meine Eindrücke vermitteln. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

20.10 Uhr

Jetzt steht alles bereit: Getränke (Ginger Ale, Tee, Wasser), dann noch Schoko-Cookies und Cranberry-Cookies sowie Gummibärchen.
Ich habe bisher nur gutes von dem Buch gehört. Außerdem bin ich schon gespannt auf die beiden Zeitebenen und welche mir besser gefällt. An den November 1989 habe ich noch einige Erinnerungen: der Mauerfall, die Demonstrationen vorher, die Öffnung der Grenzen in Ungarn, Genschers Rede in Prag. Mal sehen, was ich davon wieder entdecken werde und auf die spannende Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bin ich auch gespannt. Die Epoche interessiert mich sehr.

21.34 Uhr

Die ersten beiden Kapitel sind gelesen und es geht langsam los. Es ist der 9. November und Schabowski hat gerade die uneingeschränkte Reisefreiheit verkündet. Alexandra, die bei ihrer 93-jährigen Oma lebt, ist von der Situation erschrocken, denn sie ist eh ein sehr ängstlicher Mensch. Was vielleicht auch an ihrer Oma liegen mag, die früher scheinbar schlimmes erlebt hat. Dennoch geht Alexandra mit ihrer Freundin Meike, die eigentlich ihren Freund Hugo sucht, zum Grenzübergang Bornholmer Straße. In der Masse verlieren sie sich aus den Augen und Alexandra lernt Oliver kennen. Drei Tage sind sie nun zusammen und wohnen in Wedding.
Mal sehen, wann sie wieder nach Ostberlin geht zu ihrer Momi.

Der Schreibstil ist sehr schön. Allerdings ist mir Alex auf der einen Seite zu unsicher und dann geht sie einfach mit einem Fremden mit. Das passt für mich irgendwie nicht zusammen.

22.08 Uhr

Noch ein kurzes Update bevor ich zu Paulas Teil komme.

Alex ist seit drei Wochen bei Oliver in Wedding. Sie hat sich gut eingelebt und es gefällt ihr. Ihre Momi macht sich Sorgen so erfährt sie, als sie endlich mit Meike telefoniert. Irgendwie kann ich Alex nicht verstehen: In der DDR verängstigt und schüchten und kaum im Westen wie ausgewechselt. Sehr starker Umschwung. Jedenfalls bringt sie Meike dazu, dass diese mit Momi redet. Meike ist eingeschnappt und geht mir auch etwas auf den Keks, aber es ist mindestens auch ein stückweit nachzuvollziehen, denn mit einem hatte Momi im Hinblick auf Hugo recht.
Alex lernt auch Olivers Eltern kennen und sie sind wirklich furchtbar. Himmel was für eine Familie. Schließlich fahren Alex und Oliver zu Momi. Aber das Wiedershen ist nicht so, wie Alex es sich erhofft hat.

Und nun weiter lesen und Paula im Jahr 1912 kennen lernen.

23.32 Uhr

Das erste Paula-Kapitel ist gelesen und nun ist es wirklich gut. In dem Kapitel passt alles die Charaktere und die Stimmung. Paula ist auch schön dargestellt und ich kann ihre Stimmung nachvollziehen. Erlebt habe ich mit ihr und ihren Freunden den letzten Sommertag am Wannsee im Jahr 1912. Clemens, der Freund ihres Bruders Manfred, ist beri den Sozis eingetreten und hilft auch direkt einer Frau am Kiosk. Die vom Kioskbesitzer aufgrund vom Geldmangel dumm angemacht wurde.
Paula ist vier Jahre jünger und wird bald 16. Außerdem ist sie eifersüchtig auf Clivia, die sich an Clemens klammert. Mein erster Eindruck von Cliva ist, dass sie eine verwöhnte, reiche Plage ist und nicht gerade viel Substanz hat. Sie sind zwar alle Kinder aus reichem Haus, aber nur sie kommt mir so vor.

00.47 Uhr

Ich habe mal meinen Standort gewechselt. Nach dem eben mal wieder das Internet vom Lappi gestreikt hat, funktioniert es jetzt wieder und ich kann wieder bloggen. Gelesen habe ich in der Zeit natürlich nicht, denn erst musste alles mal wieder richtig funzen. Zur Stärkung gibt es jetzt eine Tasse Heiße Schokolade in meiner wunderschönen Lesenacht-Tasse:

Lesenacht_Tasse_Literatur

Und nun geht es weiter mit dem Buch!

01.42 Uhr

Es ist Winter 1912 und Paula erfährt von ihrem Vater, dass sie die Schule verlassen muss, weil sie kein Geld mehr haben. Es steht wirklich schlimm um die Bevölkerung, die Preise schnellen in die Höhe, die Kohlearbeiter streiken und für Paula bricht eine Welt zusammen, denn sie wollte unbedingt studieren, wie ihr Bruder Manfred. An jenem Abend ist sie enttäuscht und hadert mit ihrem Vater, der “nur” der Sohn eines Drechslers war, bis er zur Zeitung ging. Erst Clemens, der sehr aktiv bei den Sozis ist, öffnet ihr die Augen und macht ihr deutlich, dass sie stolz auf ihren Vater sein soll, da er sich hochgearbeitet hat und nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde.
Charlotte Roth beschreibt sehr gut, die Geschehnisse in Moabit mit den Reden Bebels, den Streik der Kohlearbeiter für mehr Lohn und auch das Eingreifen der Polizei. Ich hatte direkt das Gefühl mit Paula durch das nächtliche Moabit zu gehen und das Geschehene zu erleben.

Eins habe ich zu Beginn ganz vergessen, die Gestaltung des Covers ist wirklich toll. Nicht nur die Frau vor den Kulissen Berlins, sondern auch der Einband vorne und hinten jeweils mit Berlin 1915 und Berlin 1989. Ebenso hat sie als Motto einen Auszug aus Bertolt Brechts “Einheitsfrontlied” genommen, die wechselnden Teile von Alexandra und Paula haben auch jeweils einen Auszug voran stehen. Bei Alexandra sind es Zeilen aus Wolf Biermanns “Ermutigung” und bei Paula sind es Auzüge aus Bertolt Brechts Werken. Richtig genial gemacht und auch passend zu den beiden Epochen. Ein schönes Buch bisher und der Paula-Teil gefällt mir bisher besser als der Alexandra-Teil. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass ihr der Teil um Paula und die historischen Hintergründe mehr liegen, als Alexandras Geschichte.

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[Lesenacht] Büchertreff Juni 2015

logo_büchertreff.deJeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsam ihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne.  Im Gegensatz zu meinen sonstigen Gewohnheiten lese ich kein neues Buch, sondern ein bereits begonnenes weiter und zwar:
Tokio von Mo Hayder
Klappentext von der Verlagsseite:

Ein unaussprechliches Geheimnis treibt die englische Studentin Grey nach Tokio: Hier hofft sie, den Schlüssel zu einer Tragödie zu finden, die sie seit Jahren verfolgt. Ein Filmausschnitt, der Gräueltaten japanischer Soldaten im chinesischen Nanking 1937 zeigt, soll die Lösung des Rätsels enthalten. Ihre Suche nach der Wahrheit führt Grey zu einem der mächtigsten und zugleich geheimnisvollsten Männer in Tokios Unterwelt – und in lange verschüttete Tiefen ihrer eigenen Seele …

Heute Abend werde ich dann auch immer etwas zum Buch hier schreiben und euch meine Eindrücke vermitteln. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

20.41 Uhr

Beim Buch bin ich Seite 170 von 415 angekommen und bisher hat sich noch nicht viel getan. Außer das Greys Vergangenheit speziell ist, wie das ganze Mädchen. Keine Ahnung welchen Mist sie damals erlebt hat.
Die Tagebucheinträge von Nanking 1937, die Prof. Shi gemacht hat finde ich sehr interessant. Auch der Aberglauben seiner Frau und ganz unrecht hat sie ja nicht mit ihren Befürchtungen gehabt.

21.36 Uhr

Ich frage mich schon die ganze Zeit, was es mit dem geheimnisvollen Garten bei Greys Wohnhaus auf sich hat? Welche Bedeutung er hat oder ist er eine Metapher für irgendetwas anderes? :-k
Das Nanking-Kapitel war wieder etwas traurig. Shi und seiner Frau ist das Essen gestohlen worden und nun müssen sie hungern. Von Friedenszeiten ist Nanking noch weit entfernt. Dafür bleibt Shujin abergläubisch und weigert sich die rotgefärbten Eier zu essen. Mein Gott sie hat schon zwei Tage nichts gegessen und keine Ahnung wie lange sie das noch aushält in der Schwangerschaft.
Der Schreibstil gefällt mir immer noch sehr. Vor allem die Wechsel zwischen Greys Gegenwart in Tokio und Shis Nanking 1937. Recherchiert habe ich auch etwas zu dem Thema. Kein Wunder, dass sie sich heute noch nicht grün sind.

22.22 Uhr

Etwas mehr recherchiert zum Thema und noch ein paar Bücher gefunden, die ich auf meine Wunschliste gesetzt habe. Ich habe es mir angewöhnt bei historischen Büchern oder wenn es einen historischen Hintergrund in Krimis und Thriller gibt, dazu andere Bücher zu suchen. Gefunden habe ich noch drei weitere zum Thema Nanking. Einmal von Ha Jin – Nanking Requiem erschienen im Ullstein-Verlag, dann von Erwin Wickert – John Raabe. Der gute Deutsche erschienen bei Goldmann und noch von Geling Yan – Die Mädchen von Nan King erschienen bei Knaus.

Jetzt wird aber erst einmal weiter gelesen.

23.26 Uhr

Nur eine kurze Meldung. Grey ist nun bei Fuyuki und da stehen allerlei Devotionalien aus dem Krieg. Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass Fuyuki in Nanking war. Haben Prof. Shi und Fuyuki vielleicht ein Hühnchen miteinander zu rupfen und es geht nicht nur um das Medikament.

00.43 Uhr

Grey hat so eine Vermutung, wo sich das Medikament befindet. Die Idee von Fuyuki es dort zu verstecken, wenn Greys Vermutung richtig ist, finde ich brillant. Grey und Jason kommen sich näher. Keine Ahnung ich kann Jason einfach nicht einschätzen. Mit dem Einschätzen der Protagonisten habe ich bei diesem Thriller wirklich schwer. Sie sind alle in meinen Augen farblos, ich kann sie nicht greifen. Die Protas sind alle so bruchstückhaft, aber ich hoffe es wird noch besser.

Das Nanking Kapitel hatte es wieder in sich und ich musste schon schwer schlucken. Mittlerweile bin ich froh über die ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, denn die Gegenwart spiegelt zwar eine unterschwellige Gefahr wieder, aber die Vergangenheit ist viel viel heftiger. Ich musste eben schon Schlucken.

01.41 Uhr

Mir fallen nun auch so langsam die Augen zu und ich begebe mich zu Ruhe. 88 Seiten habe ich heute Nacht gelesen und das ist für mich wirklich ein guter Wert.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, was mit Grey in ihrer Jugend passiert ist und es ist einfach traurig und schrecklich. Ich muss mir immer wieder begreiflich machen, dass Greys Jugend zu Beginn der 80er Jahre in England spielt, ansonsten würde ich nur noch mit dem Kopf schütteln über so viel Unverständnis ihr gegenüber von Seiten ihrer Eltern, der Klinik und den Ärzten.
Aus Jason bin ich nun auch schlauer geworden und da muss ich mit Grey konform gehen, er ist wirklich verrückter als Grey wohl je war.

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[Lesenacht] Büchertreff Mai 2015

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Jeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsam ihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne. Schließlich habe ich mich heute entschieden und werde ein neues beginnen, wie es für mich zur Gewohnheit geworden ist. Lesen werde ich dieses hier:
dieköniginderorchardstreet

Klappentext von der Verlagsseite:

Reich an Leben, bunt und voller Fabulierlust

New York, 1913. Die kleine Malka lebt mitten im Trubel der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen im Einwandererviertel auf der Lower East Side. Die meisten hier sind arm, haben zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, leben von der Hand in den Mund. Doch listig und raffiniert, wie sie ist, lernt Malka schnell, sich im Viertel durchzuschlagen. Und genau da, mitten im abenteuerlichen Gemenge, wo die jiddischen und italienischen Rufe der fahrenden Händler durch die Straßen schallen, wendet sich Malkas Schicksal. Denn dort trifft sie Papa Dinello, der sie in das köstlichste Geheimnis der Welt einweiht: das Wunder der Eiscreme, die Verführung der süßen Magie. Für Malka beginnt eine wahre Tour de Force durch das Leben – und aus dem pfiffigen und erfinderischen Mädchen wird die Grand Dame Lillian Dunkle, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium …
Dieser Roman fegt wie ein Wirbelwind durch das 20. Jahrhundert und erzählt die außergewöhnliche Geschichte einer ungezähmten Heldin, eines turbulenten Lebens und der Entdeckung der süßen Magie. Lesegenuss pur!

Heute Abend werde ich dann auch immer etwas zum Buch hier schreiben und euch meine Eindrücke vermitteln. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

20.12 Uhr

So pünktlich bin ich in der letzten Zeit selten in der Lesenacht dabei gewesen. Lesen werde ich wie gesagt “Die Königin der Orchard Street” von Susan Jane Gilman, mein Geburtstagsgeschenk von der Mama.

Zum Trinken habe ich Viez mit Sprite und zum Knabbern gibt es Cookies, gesalzene Cashewkerne und Ritter Sport Haselnuss-Cookies. Daneben habe ich noch Wasser und Ginger Ale zur Verfügung.

Aber nun mal wieder zum Buch. Die erste Seite habe ich gelesen und ich musste schon mal über den Ton der Protagonistin lachen. Vor mir liegen noch 553 Seiten, die aufgeteilt sind in zwei Teile und ich glaube 16 Kapitel. Ich möchte nicht so weit nach hinten blättern, sonst erfahre ich vermutlich noch etwas, was ich noch nicht erfahren soll.

Nun werde ich erst einmal weiter lesen und mich dann nach ein paar Kapiteln oder Seiten wieder melden.

21.30 Uhr

Die ersten 16 Seiten sind gelesen. Nicht gerade viel, aber das Buch gefällt mir. Unsere Protagonistin, die später zur Eiskönigin Amerikas wurde, ist mit ihren Eltern und Geschwistern aus Russland über Hamburg in die USA, sprich nach New York, gekommen. Sie hat eine unheimliche Schnodderschnauze und ihre Mutter verzweifelt noch an ihr.
Es ist das Jahr 1913 und Malka, so heißt unsere Protagonistin, sucht auf der Orchard Street ihren Vater. Dabei achtet sie mehr auf alles in der Umgebung als auf die Straße. Dabei hört sich schon von weitem das Pferdefuhrwerk, aber sie ist abgelenkt. Sie wird von einem Pferdehuf niedergetrampelt und sie wird ein Krüppel.
Sie erzählt von ihrer Kindheit in Russland und auch, dass sie gar nicht wusste, was die Kosaken angestellt hat. Für ihr Nichtwissen und dadurch auch vielleicht falsches Verhalten, bekommt sie von ihrer Mutter immer wieder Backpfeifen. Ihre Mutter fällt in die Kategorie hart aber herzlich, wenn ich da allein nur an folgenden Satz denke:

“Mit so einem Gesicht kriegst du womöglich nie einen Mann ab. Aber wenigsten kannst du dir dein großes Mundwerk zunutze machen.”

Nach dem zu Beginn so viel über Eis gesprochen wurde, habe ich jetzt Hunger auf eins und gehe erst mal an den Gefrierschrank.

22.50 Uhr

Es sind noch zehn weitere Seiten geworden. Ich bin wirklich ein Schneckchenleser. Aber das Buch ist toll. Malka und ihre Familie hängen noch in Hamburg fest und wollen eigentlich mit dem Schiff nach Südafrika zu einem Verwandten. Nun sind allerdings die Schwestern und auch die Mutter an eine Bindehautzündung erkrankt und sie dürfen nicht auf das Schiff. Die bereits bezahlten Fahrkarten können später umgetauscht werden, für die Familie mit dem wenigen Geld eine große Erleichterung.
Malka und ihr Vater spazieren auch durch Hamburg und finden ein Lichtspielhaus, so etwas kennen sie nicht und gehen rein. Erst durch einen anderen Juden, der auch im Wohnheim lebt, erfahren sie was es ist und das die sehr oft in Amerika vertreten sind. Das Land in dem Milch und Honig fließt, so wie sie es beschreiben. Aber Malkas Mutter ist sehr skeptisch, aber ich vermute bei Malkas Vater ist scheinbar der erste Keim gesät. Er ist jetzt öfters unterwegs und ich vermute, dass er versucht die Karten umzutauschen.

23.24 Uhr

Das erste Kapitel ist gelesen und ich habe so manches über Malkas Familie erfahren. Ihre Mutter hatte 7 Kinder, davon sind drei gestorben und übrig geblieben sind ihr die vier Töchter. Die für sie mehr Last als Freude sind, da sie ja verheiratet werden müssen. Sie bedauert auch, dass sie keinen Sohn mehr hat. Malka ist nach dem letzten Progrom geboren, laut Wikipedia war das 1906. Die Schilderung des Progroms fand ich sehr heftig und Malkas Großvater ist dabei gestorben. So gewitzt und intelligent wie Malkas Mutter ist, kann sie sich zwar im Leben behaupten, aber dadurch, dass sie Analphabetin ist, erkennt sie nicht, das ihr Mann die Schiffskarten getauscht hat.
Bin schon gespannt wie sie darauf reagieren wird. Denn sie ist wirklich tough.

00.56 Uhr

Kapitel 2 habe ich nun beendet. Und wie befürchtet ist Malkas Mutter ausgeflippt, dass es nicht nach Südafrika ging, sondern nach Amerika. Auf der Überfahrt redet sie weder mit ihrem Mann noch mit Malka. Wenn sie etwas von den beiden will oder etwas zu ihnen sagen will, geht es über die anderen drei Schwestern. Ein richtiges kindisches Verhalten und wenn man glaubt, dass dieses in den USA aufhört so irrt man sich. Auch da macht sie so weiter, eine lange Zeit lang.
Nach dem die Einreise geklappt hat, landen sie in der Orchard Street. Und kommen somit nicht besser unter als in ihrer Heimat Russland. Zu sechst teilen sie sich ein Zimmer bei einem verwitweten Schneider, der auch die Eltern beschäftigt. Immer noch wütend auf Malka und weil der karge Lohn nicht zum Leben reicht, schickt sie ihre vier Kinder zur Arbeit. Malka ist gerade mal sechs oder sieben, ihre Schwester Flora gerade mal neun. Denn nur wer Geld verdient bekommt auch noch zu Essen daheim. Malkas Mutter ist wirklich meschugge auf der einen Seite, dass sie dies von den Kindern verlangt, aber andererseits kommen sie auch nicht über die Runden. Vor allen Dingen da Herschel Malkas Vater nicht gerade die größte Hilfe ist und einfach zu unruhig für rechtschaffende Arbeit. Für die Mutter sicherlich ein Kreuz und da sie immer noch auf Malka wütend ist, muss das Mädchen auch dran glauben. Teilweise ist sie ungerecht, teilweise ist sie so verbohrt und teilweise hat sie auch Recht. Sie ist in einem Land, in dem sie nicht hin wollte, und ihr Mann und ihre jüngste sind dran Schuld. In ihren Augen muss es einfach in Südafrika besser sein als in Amerika. Da hat sie auch ihren Bruder und hier ist sie ganz allein mit ihrer Familie.
Für Malka und Flora ist es schwierig Arbeit zu finden, da die Arbeitsgesetze nach einem schrecklichen Fabrikbrand verschärft worden sind, und nun Kinderarbeit untersagt ist. So verdienen sich die beiden Mädchen ihr Geld durch Hilfsdienste im Haus und auf der Straße. Malkas Vater ist immer öfter unterwegs und kommt nicht nach Hause, an einem solchen Tag flippt die Mutter mal wieder aus und ohrfeigt Malka, weil sie eine Leckerei von ihrem erarbeiteten Geld gekauft hat. Sie schickt ihre beiden Töchter auf die Suche nach Herschel und dabei passiert das Unglück: Malka gerät unter einem Pferdehuf.

Es ist einfach schön wieder ein Buch aus der Zeit um 1910 bis ich denke mal heute zu lesen. Es gibt immer wieder Zeitsprünge. So erzählt Malka in einem sehr spitzen Ton über ihre Probleme heute und dann aus ihrer Geschichte. Der Schreibstil, der nicht gerade leicht ist, man muss schon einiges an Zeit aufbringen, weil immer wieder jiddische Wörter auftauchen, gefällt mir sehr gut. Nach einer Weile ist man richtig in die Geschichte eingetaucht und nach 68 Seiten kann ich schon sagen, dass mal etwas ganz anderes ist. Es hat Witz, historische Fakten und die Geschehnisse sind greifbar. Oft habe ich das Gefühl bei Malka im Haus zu sein oder auch in der Gegenwart bei ihr zu sein, wenn sie von der negativen Presse berichtet.

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[Leserunde] Claire Winter – Die verbotene Zeit

Die verbotene Zeit von Claire WinterMorgen ist es soweit im BücherTreff beginnt die von Claire Winter begleitete Leserunde zu ihrem neuen Roman “Die verbotene Zeit”. 14 weitere Büchertreffler und ich hatten Glück ein Buch vom Diana-Verlag per Losentscheid zur Verfügung gestellt zu bekommen, darüber haben wir uns alle sehr gefreut und nun fiebern wir gespannt der Leserunde entgegen.

Da ich bereits “Die Schwestern von Sherwood” von ihr gelesen habe, weiß ich, welcher Schreibstil mich erwartet. Denn bereits damals hat mich der sympathische Schreibstil und die wechselnden Erzähl- und Zeitsprünge begeistert. Der Klappentext lässt vermuten, dass mich bei “Die verbotene Zeit” etwas ähnliches erwarten kann.

Klappentext von der Verlagsseite:

1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld …

Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird …

 

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[Leserpreis] Der Büchertreff wählt seine Leselieblinge – Die Abstimmung beginnt

award_teaser_02Seit heute läuft sie die Abstimmung der Leserlieblinge im Büchertreff für das Jahr 2014. Aus zahlreiche Neuerscheinungen haben die Büchertreffler ihre Leselieblinge nominiert und nun kann noch bis zum 19. April 2015 um 23.59 Uhr abgestimmt. Wer wird wohl der Leseliebing in den verschiedenen Kategorien? „[Leserpreis] Der Büchertreff wählt seine Leselieblinge – Die Abstimmung beginnt“ weiterlesen

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[Lesenacht] Büchertreff April 2015

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Jeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsam ihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne. Schließlich habe ich mich heute entschieden und werde ein neues beginnen, wie es für mich zur Gewohnheit geworden ist. Lesen werde ich dieses hier:
9783548282787_cover

Klappentext von der Verlagsseite:

Der Zarenhof in St. Petersburg ist die prunkvolle Kulisse von Petra Durst-Bennings bewegendem neuen Roman. Die junge Großfürstin Olga muss den Erwartungen ihres Vaters gerecht werden und eine gute Partie machen. Doch ihr Herz will etwas anderes als die hohe Diplomatie und führt sie an den Hof König Wilhelms I. von Württemberg.
Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892) wird als zweite Tochter des russischen Zaren Nikolaus I.geboren. In prächtigen Palästen und Residenzen wird sie zu einer zukünftigen Regentin erzogen. Das Ziel von Zar Nikolaus ist es, seine Töchter politisch klug zu verheiraten, um die Macht Russlands zu stärken. Doch Olga weiß schon früh, dass der goldene Käfig ihr nicht genug ist. Sie findet ihre große Liebe, aber das politische Kalkül der Königshäuser nimmt auf Gefühle keine Rücksicht. Ein ergreifender Roman über die Liebe und das Leben – und über eine junge Frau, die allen Widerständen zum Trotz ihr Glück findet.

Heute Abend werde ich dann auch immer etwas zum Buch hier schreiben und euch meine Eindrücke vermitteln. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

 20.41 Uhr

“Die Zarentochter” ist mein erstes Buch von ihr und wenn es mir gefällt werde ich mich nach anderen Büchern von ihr umschauen. Die “Jahrhundertwinde”-Trilogie steht allerdings schon auf meiner Wunschliste.
Den Prolog habe ich bereits gelesen und es wie das Eintauchen in eine andere Welt. Viele Infos über die Romanow-Familie habe ich nicht und so werde ich heute Abend öfters auch im Netz stöbern um mich besser zu informieren. Aber der Stil gefällt mir schon einmal sehr und ich hatte direkt das Gefühl im Winterpalast zu sein.

21.12 Uhr

Jetzt habe ich mich erst einmal mit den Romanows auseinander gesetzt und es gibt zwei Zweige. Olga Nikoljewna Romanow (1822-1892) um die es in diesem Buch geht ist die zweite Tochter des Zaren Nikolaus I (1796-1855) und stammt aus dem Zweig Romanow-Holstein-Gottorp aus dem auch Katharina, die Große stammt.
Das erste Kapitel habe ich nun auch gelesen und Olga ist nun 11 Jahre alt und hat noch vier jüngere Geschwister bekommen. Einen ersten Kontakt hat sie auch mit der einfach Bevölkerung schon bekommen und ist erstaunt darüber, dass sie so anders leben als sie und ihre Familie. Ihre Mutter ist davon nicht begeistert.

22.40 Uhr

Vier Kapitel habe ich bis jetzt gelesen und ich bin richtig gut in die Geschichte rein gekommen. Vor allem Olga gefällt mir. Sie kann Recht und Unrecht unterscheiden und versucht auch so zu handeln. Im Gegensatz steht dazu ihre Schwester Maria, die ist eine Plage. Arrogant, aber sie weiß sich durchzusetzen. Allerlei Blödsinn hat sie auch im Kopf und die Szene mit dem Pferd des Zaren zeigt mal wieder ihre Unreife. Kaum zu glauben, dass Maria die ältere der beiden Schwestern ist.
Petra Durst-Benning zeigt auch gekonnt den Unterschied zwischen den Leibeigenen und der Zarenfamilie auf. So konnten sich die Zarenfamilie für Olga einen Arzt leisten als sie krank wurde, die Leibeigenen hatten so wenig, dass sie mit Mühe ihre Kinder durchbrachten, aber wenn eins krank wurde, war kein Geld für den Arzt da. Kein Wunder dass sie für ihre Freiheit kämpften.

22.55 Uhr

Jetzt muss ich doch noch mal schreiben. Es gibt ein wundervolles Zitat im Buch, vermutlich von Petra Durst-Benning, Charlotte Duncker, der Gouvernante von Olga Nikoljewna Romanow, in den Mund gelegt, der sehr gut den Unterschied der beiden Schwestern darstellt:

Tiefe wirst du bei ihr vergeblich suchen.Vielleicht fällt dir das nur auf, weil du dich verändert hast. (Petra Durst-Benning: Die Zarentochter, Ullstein-Verlag, 2010, S.53)

Olga hat sich auch verändert, denn sie hat im 1834 die “Armenweihnacht” von ihrer Mutter übernommen. Die war in der Zwischenzeit mit Maria in Berlin um diese in die Gesellschaft einzuführen. Maria gefällt dies, aber Olga ist das zu oberflächlich.

00.47 Uhr

72 Seiten habe ich Leseschnecke heute Abend gelesen und ich liebe dieses Buch. Olga ist mir richtig ans Herz gewachsen und Maria, die kleine Intrigantin geht mir gehörig auf den Keks. Entweder ist sie so doof oder sie denkt einfach nicht über ihr Handeln nach. Jedenfalls ist Olgas Gouvernante entlassen worden und nun hat sie eine andere. Mit der kommt sie nicht klar und daher bekommt sie nun eine Hofdame. Das nenne ich mal Fortschritt, denn aus dem Alter für eine Gouvernante ist sie nun heraus.

01.37 Uhr

Olga hat sich nun an ihre neue Hofdame gewöhnt. Allerdings war es ein langer Weg, denn die junge Dame wollte Anna einfach nicht mögen. So sehr hing sie noch an Charlotte. Aber nach dem Anna auf sehr gutem Wege, wie ich es finde, ihr begreiflich gemacht hat, dass sie nur dann das machen kann, was sie will, wenn sie Macht hat, ist Olga aufgetaut.

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[Leserpreis] Der Büchertreff wählt seine Leselieblinge

award_teaser_02Seit gestern läuft sie die Nominierung der Leserlieblinge im Büchertreff für das Jahr 2014. Zahlreiche Neuerscheinungen haben uns im vergangenem Jahr in Atem gehalten und das aus vielen Genres. So gab es spannende Krimis und Thriller, sehr gute Familienromane, gut recherchierte historische Romane und auch die Liebe kam im vergangenen Jahr nicht zu kurz. „[Leserpreis] Der Büchertreff wählt seine Leselieblinge“ weiterlesen

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[Lesenacht] Büchertreff März 2015

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Jeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsam ihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne. Schließlich habe ich mich heute entschieden und werde ein neues beginnen, wie es für mich zur Gewohnheit geworden ist. Lesen werde ich dieses hier:
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Klappentext von der Verlagsseite:

New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse, denn nur die wenigsten von ihnen erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor … Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen Einundneunzigjährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.

Heute Abend werde ich dann auch immer etwas zum Buch hier schreiben und euch meine Eindrücke vermitteln. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

 20.28

Den Prolog und die ersten Seiten habe ich bereits gelesen und habe so schon etwas über die beiden Protagonisten Vivian und Molly kennen gelernt. Vivian ist 91 Jahre alt und erzählt im Prolog, dass sie seit ihrem 9. Lebensjahr die Geister ihrer Familie begleiten und das ihr Tod

das Himmelreich ist: ein Platz in der Erinnerung anderer Menschen, in der nur unsere guten Eigenschaften weiterleben, unser besseres Ich.

Der Satz hat mir sehr gut gefallen und es gibt ja auch den Spruch “Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.”

Im ersten Kapitel geht es dann um Molly. Sie lebt in einer Pflegefamilie und ist ein Goth. Ihre Pflegemutter kommt nicht so gut mit ihr zurecht, weshalb weiß ich noch nicht. Aber das werde ich noch herausfinden.

21.31

Wow, was für ein Buch. Es hat mich wirklich gepackt. Die ersten 20 Seiten sind gelesen und ich bin wirklich ein Schneckchenleser. Molly wurde immer hin und hergeschoben, von einer Pflegefamilie zur anderen und nun hat sie noch eine Dummheit begannen. Dafür muss sie nun Sozialstunden ableisten und nun weiß ich auch, wie sie mit Vivian in Kontakt kommt. Eine tolle Einleitung.

Die Sprache ist richtig angenehm. Frau Baker Kline schreibt wunderschön und ich konnte die Emotionen, die Molly empfand nachempfinden. Das Mädchen tut mir einfach nur Leid, versteckt sich hinter der Ghostfigur, die sie geschaffen hat, weil sie nicht mehr verletzt werden will. Wenn man weiß, was sie alles schon erlebt hat, kann man es nachempfinden.
Mit Dina, ihrer Pflegemutter, habe ich so meine Schwierigkeiten, da sie sehr voreingenommen ist. Aber mal sehen, vielleicht wird es noch besser. Gut gefallen hat mir Jack, ein Klassenkamerad von Molly, der ihr versucht aus dieser ausweglosen Situation heraus zu helfen.
Ich mag dieses Buch.

22.02 Uhr

Noch einmal ein kurzer Zwischenstand, ehe es mit dem nächsten Kapitel in die Vergangenheit geht.
Vivian ist wirklich klasse. Sie verurteilt Molly nicht wegen ihres schrägen Aussehen, sondern fragt interessiert nach und verhält sich wie eine nette Oma. Keine Ahnung, ob Molly etwas anderes befürchtet hat, bei ihrer Vergangenheit. Aber Vivian und Molly haben auch eine Gemeinsamkeit, sie sind beide Waisen.

Vivian ist wirklich ein positiver Charakter in Mollys Leben, wenn ich da an Dina denke. Die hat sich in diesem Kapitel wieder negativ zu Molly geäußert. Seufz, der Grund kann nicht nur in Mollys Fehler liegen, die Frau muss noch andere Probleme haben.

23.08 Uhr

Bisher ist das Buch nicht schwer verdaulich, allerdings traurig. Ich leide mit den beiden und habe immer noch die Hoffnung, dass es für Molly besser wird.
Gerade als Vivians Eltern starben bei einem Brand war es schon traurig, aber Christina Baker Kline beschreibt es nicht detailreich. Das ist das gute daran. Man merkt halt, dass Vivian ebenso wenig geliebt wird wie Molly. Zwei gleiche Schicksale – nur zu unterschiedlichen Zeiten. Einmal 1929 bei Vivian und dann 2011 bei Molly.
Vivian ist nun im Waisenzug und bekommt von den Betreuern schon den Hinweis, ja ihr rotes Haar ordentlich zu binden und nicht zu hübsch zu sein, sonst würde sie nicht genommen.
Arme Vivian. Mal sehen, wie es weiter geht und wo sie hinkommt. Wenn ich mich an den Klappentext halte, wird es wohl keine so gute Familie werden. Mal sehen, was kommt.

00.24 Uhr

Die Fahrt im Waisenzug ist lang und ich habe immer mehr das Gefühl, dass die Betreuer den Waisen etwas verschweigen. Ein paar Jungen meinen, dass es nicht so wäre wie die Betreuer meinen, sondern sie nur billige Handlanger für die Bauernfamilien sein werden. Daraufhin gibt es einen Tumult und der widerborstige Junge wird neben Vivian gesetzt. Sie unterhalten sich und auch Vivian weiß, dass ihre Situation als neunjährige nicht so gut ist, wie für die Säuglinge und großen Jungs.

Es ist schon etwas bedrückend. Vor allem spielt die Geschichte mit dem Waisenzug 1929 in den USA. Im Oktober des gleichen Jahres brach die New Yorker Börse zusammen und die Große Depression begann und damit die Weltwirtschaftskrise. Ich gehe mal davon aus, dass die auch vor dem ländlichen Teil der USA nicht halt gemacht hat. Auch wenn es in den Städten schlimmer gewesen sein wird, da die ländlichen Regionen noch Ackerbau und Viehzucht hatten.

Genaueres werde ich mit Sicherheit noch erfahren.

01.11 Uhr

Oh, die Frau von der kirchlichen Mission, die die Waisenkinder zu Familien bringt. Macht mich wahnsinnig. Nun hat Vivian endlich ein Paar gefunden, dass sie aufnimmt und dann redet die Frau so einen Stuss zusammen. Vivian, sei ziemlich reif für ihr Alter sei und wenn sie gut und streng erziehen würden, würde sie eine gute Frau werden. Hallo, geht es noch. Das Mädchen ist gerade mal neun. Nur, weil sie eine Waise ist, ist sie lang noch nicht herunter gekommen. Die Frau macht mich wütender als Dina.
Dina ist genauso wie die Dame von der Mission, auch ultrakonservativ und nur ihre Meinung gilt. Was Molly interessiert oder wichtig ist, ist ihr egal, sie ist der Boss und Molly soll einfach nur dankbar sein.
Ich rege mich immer auf, wenn es um ultrakonservative Menschen geht. Mit ihrer Einstellung komme ich einfach nicht klar, vor allen Dingen dann nicht, wenn sie andere Meinungen nicht gelten lassen und ihre als Gesetz ansehen.

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[Lesenacht] Büchertreff Februar 2015

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Jeden ersten Samstag Abend im Monat ist es soweit – die Büchertreff-Lesenacht. Immer um 20 Uhr treffen sich lesebegeisterte Büchertreffler im Forum und lesen gemeinsamihre Bücher und tauschen sich untereinander aus.
Für mich ist dies mittlerweile schon eine lieb gewonnene Institution, die ich mir nicht entgehen lasse, so auch diesen Abend. Die gesamte Woche habe ich schon überlegt, welches Buch ich lesen soll. Soll ich ein begonnenes weiter lesen oder doch ein neues speziell für die Lesenacht beginne. Schließlich habe ich mich heute entschieden und werde ein neues beginnen. Geworden ist es:

9783462046007_ostende

Klappentext von der Verlagsseite:

Ostende, 1936: ein Strand, ein paar Schriftsteller und ein Sommer, wie es keinen mehr geben sollte

Ein belgischer Badeort mit Geschichte und Glanz: Hier kommen sie alle noch einmal zusammen, die im Deutschland der Nationalsozialisten keine Heimat mehr haben. Stefan Zweig, Joseph Roth, Irmgard Keun, Kisch und Toller, Koestler und Kesten, die verbotenen Dichter. Volker Weidermann erzählt von ihrer Hoffnung, ihrer Liebe, ihrer Verzweiflung – und davon, wie ihr Leben weiterging.
Stefan Zweig reist mit seiner Geliebten Lotte und der Schreibmaschine an, Joseph Roth kommt trotz Schnapsverbot, um Ferien mit seinem besten Freund zu machen und zu schreiben. Er verliebt sich ein letztes Mal: in Irmgard Keun, die bloß wegwollte aus dem Land der Bücherverbrenner. So sonderbar die Freundschaft zwischen dem Millionär Zweig und dem begnadeten Trinker Roth ist, so überraschend ist die Liebe zwischen Roth und der jungen, leidenschaftlichen Keun.
Es kommen noch mehr Schriftsteller nach Ostende. Sonne, Meer, Getränke – es könnte ein Urlaub unter Freunden sein. Wenn sich die politische Lage nicht täglich zuspitzte, wenn sie nicht alle verfolgt würden, ihre Bücher nicht verboten wären, wenn sie nicht ihre Heimat verloren hätten. Es sind Dichter auf der Flucht, Schriftsteller im Exil.
Präzise, kenntnisreich und mitreißend erzählt Volker Weidermann von diesem Sommer kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, in dem Zweig, Roth und Keun noch einmal das Leben feiern, wie es nur die Verzweifelten können.

»Weidermann ist ein exzellenter Stilist.« Die Welt

Heute Abend werde ich dann auch immer etwas zum Buch hier schreiben und euch meine Eindrücke vermitteln. Auch darüber, ob ich wieder Bücher für meine Wunschliste gefunden habe, denn dies war bisher bei fast jeder Lesenacht der Fall. Wir lesen uns also heute Abend wieder! Bis dann!

20.34 Uhr

Seit einer halben Stunde läuft die Lesenacht und ich bin schon eingetaucht in “Ostende” von Volker Weidermann. Begegnet ist mir schon Stefan Zweig, der am Fenster sitzt und so seine Schwierigkeiten mit seinen Roman hat. Erwähnt wurden bisher auch Joseph Roth, Irmgard Keun, Ernst Toller und Hermann Kesten. Kann sein das ich jemanden vergessen habe, aber der Name wird sicherlich noch mal heute Abend auftauchen.
Jedenfalls bin ich froh, dass ich auch Volker Weidermanns Buch “Das Buch der verbrannten Bücher” noch auf meinem SuB liegen habe. Dieses Buch wird mit Sicherheit auf der nächsten Leseliste stehen. Und von Irmgard Keun steht auch noch ein Buch auf dem SuB – “Nach Mitternacht” – also noch genug Lesestoff zu den Autoren, die nun in Ostende zusammen gekommen sind.

21:58 Uhr

Seufz. Das Netz war zusammen gebrochen und die letzte dreiviertel Stunde war ich damit beschäftigt es wieder in Gang zu bringen. Dennoch habe ich etwas gelesen und bin erstaunt, denn ich kenne Stefan Zweig nur als Pazifist, dass er so an einen deutschen Sieg 1914 geglaubt hat. Auch nun im Jahr 1936 scheint er mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart zu leben, denn er denkt immer wieder an das Ostende von 1914. Das sein damaliger Lieblingsdichter die Gräueltaten der Deutschen im 1. Weltkrieg gegen über den Belgiern so dichterisch beschreibt, hat ihn damals entsetzt. Als ob dies sein Idol vom Sockel geholt hätte.
Bisher gefällt mir nach 26 Seiten der Schreibstil von Volker Weidermann sehr gut. Er schreibt nüchtern und beschreibt eher die Zeit als das er die Akteure zu Wort kommen lässt. Eher wie ein Chronist als ein Erzähler. Das passt mir im Moment sehr gut.

22.24 Uhr

Ich finde es faszinierend wie unterschiedlich Stefan Zweig und Joseph Roth auf die Machtübernahme reagieren. Roths Bücher wurden schon zu Beginn verbrannt und Zweig durfte, obwohl in Berlin seine Bücher verbrannt wurden, noch einige Zeit in Deutschland veröffentlichen. 1936 ist auch dies Geschichte.
Stefan Zweig ist für mich immer mehr ein Träumer, der sich in seine Welt einschließt und nicht wirklich das Geschehene überblickt. Joseph Roth hingegen sieht es und ist aufgebracht darüber. Er ärgert sich auch immer wieder über die Tatenlosigkeit von Zweig, aber ändern kann er ihn auch nicht.
Interessant finde ich auch, dass für Stefan Zweig Salzburg nach dem Auftauchen der Polizei in seinem Haus, ihn der Aufenthalt dort verleidet ist und er in London lebt, und er wie auch Weidermann schreibt eher Luxusprobleme hat, als wirkliche.
Vielleicht kommt nun etwas mehr über Joseph Roth, ich würde mich jedenfalls freuen.

23.41

Jesses, ist Joseph Roth depressiv. Alkoholiker, arm und lebt dann auch noch über seinen finanziellen Möglichkeiten. Es ist ein Rastloser, kann nicht an einem Ort leben, sondern reist von Hotel zu Hotel. Auch erfahren wir so einiges über seine Familienverhältnisse und gelinde gesagt, er ist ein Feigling und weiß sich nicht anders zu helfen, als einfach abzuhauen oder gar nicht zu antworten.
Jetzt ist mir auch einiges klar geworden in Bezug auf sein Werk “Hiob”, dass ich zu Schulzeiten gelesen habe. Das muss ich nun wirklich noch einmal aus dem Regal ziehen, denn er hat seine erste Frau Friedl, in dem Buch verewigt. Damals haben wir zwar das Buch gelesen, aber viel Hintergrund zur Entstehung haben wir nicht besprochen.
Zweig schafft es nun schließlich, auch so eine Figur, die mit zwei Frauen gleichzeitig lebt, Roth nach Ostende zu locken. Er hat immer noch den Ehrgeiz Roth vom Trinken abzuhalten, aber ob ihn dies gelingen wird? Ich wage es zu bezweifeln.

00.45

Roth ist in Ostende eingetroffen und Zweig versucht ihn immer noch vom Trinken abzuhalten. Irgendwann wird sich Roth wohl noch zu Tode gesoffen haben, aber wohl nicht mehr in dem Sommer 1936.
Eine weitere Emigrantin ist aufgetaucht: Irmgard Keun. Sie ist keine Jüdin, aber führte einen Kampf gegen den Staat, da sie nicht verstehen konnte, weshalb ihre Bücher verbrannt wurden. Schließlich ist sie im Mai 1936 nach Ostende emigriert und verlegt nun bei einem Verlag in Amsterdam. Sie ist schon eine besondere Persönlichkeit, am besten kann man es mit Kestens Worten beschreiben

“Sie war naiv und brillant, witzig und verzweifelt, volkstümlich und feurig und kein Fräulein mehr mit dem man tanzen gehen wollte, sondern eine Prophetin, die anklagt, ein Prediger, der schilt, ein politischer Mensch, der eine ganze Zivilisation verschlämmen sah. Alles an ihr sprach und lachte und höhnte und trauerte.” (S. 60)

Ebenso gibt sie sich auch im Exil und sie lässt in Deutschland ihren Mann und ihre Mutter zurück. In Ostende stellt Kisch sie in einem Café Zweig und Roth vor. In Joseph Roth, bei dem sie direkt Traurigkeit feststellt und irgendwie glaubt, dass er untergehen wird, findet sie einen Seelenverwandten. Zweig wird begeistert sein, denn Keun ist auch sehr trinkfreudig.

Weidermann schafft es immer mehr mich in den Bann zu ziehen, auch wenn er wirklich wie ein Chronist jenen Sommer 1936 in Ostende wieder aufleben lässt, ist es sehr bildreich und absolut packend. Gelegentlich habe ich das Gefühl selber die Meeresluft und auch Ostende zu sehen wie es damals war. Ein wundervolles Buch.

02.13 Uhr

Die letzten Seiten lasen sich wie im Flug. Volker Weidermann hat einen wundervollen Roman über die Exilanten geschrieben. Über einen letzten Sommer der Freundschaft. Über Menschen, von denen wir teilweise schon gehört und deren Bücher wir gelesen haben. Ich bin immer noch sprachlos und zu tiefst beeindruckt von seiner Art, diesen Autoren ein Gesicht zu geben. Er hat mir Stefan Zweig, Joseph Roth und Irmgard Keun näher gebracht, aber auch Kisch, Kester und Toller. Über einige werde ich mit Sicherheit noch Biographien suchen oder einen Teil ihrer Werke lesen. “Ostende. 1936 – Sommer der Freundschaft” ist grandios und wird mit Sicherheit bei mir noch so einiges Zeit nach hallen. In den nächsten Tagen wird es dazu dann auch eine Besprechung geben, aber erst einmal muss ich meine Gedanken und Gefühle sammeln.

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