[Buchbesprechung] Jeffrey Archer – Spiel der Zeit

Spiel der Zeit von Jeffrey Archer

Klappentext von der Verlagsseite:

England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

»Spiel der Zeit« ist der erste Band von Jeffrey Archers großem historischen Familienepos »Die Clifton-Saga« …

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Archer schlug eine bewegte Politiker-Karriere ein, die bis 2003 andauerte. Weltberühmt wurde er als Schriftsteller. Archer verfasste zahlreiche Bestseller und zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Sein historisches Familienepos Die Clifton-Saga stürmte die englischen und amerikanischen Bestsellerlisten und begeistert eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheirat, hat zwei Söhne und lebt in London und Cambridge.

Erster Satz:
Ich hätte diese Geschichte niemals aufgeschrieben, wenn ich nicht schwanger geworden wäre.

Aufbau:

“Spiel der Zeit” von Jeffrey Archer ist der Auftakt der im englischen Original bisher fünf Teile umfassenden Clifton-Saga. Das Buch ist in mehrere Teile eingeteilt, die jeweils aus der Sicht einer Figur der Handlung erzählt wird. Der erste Band umfasst den Zeitraum von 1919 bis 1940. Handlungsorte sind Bristol und einen Teil auch in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Meinung:

Historische Romane sprechen mich immer an und auch Familiensagen. Nichts anderes ist auch “Spiel der Zeit” von Jeffrey Archer und der Auftakt zu einer Familiensaga, die mich sehr beeindruckt hat. Sie spielt in Bristol/England nach dem Ende des Weltkriegs und geht bis zum ersten Jahr des zweiten Weltkriegs.

Tragender Charakter der Handlung ist Harry Clifton, der mit seiner Mutter Maisie und seinem Onkel Stan in einem kleinen Haus lebt und es alles andere als leicht in seinem Leben hat. Sein Vater Arthur Clifton, hat auf der Barrington Werft gearbeitet, ist aber verstorben und so wächst er ohne Vater auf. Da sein Onkel Stan, nicht viel von Bildung hält, geht Harry auch nicht gerne zur Schule, sondern vergnügt sich lieber auf dem Werftgelände. Dort lernt er auch Old Jack Tar kennen, einen Obdachlosen der in einem alten Zugwaggon lebt und für ihn noch sehr wichtig werden sollte.

Neben der Clifton-Familie ist der andere wesentliche Zweig der Handlung die Familie Barrington, die der Arbeitgeber der Stadt Bristol sind und eine florierende Handelsflotte haben. Der alte Lord Barrington leitet die Firma zusammen mit seinem Sohn Hugo, der ein nicht gerade sympathischer Charakter ist. Dessen Sohn Giles wird der beste Freund von Harry und durch ihn lernt er auch Emma kennen.

Die Familiengeschichten der Cliftons und Barringtons sind eng miteinander verwoben und Jeffrey Archer gelingt es mit seinen wechselnden Erzählperspektiven einen in den Bann zu ziehen. So erfahren wir mal aus Harrys, dann aus Maisies oder aus der Sicht von Old Jack Tar, was sich in der Zeit zugetragen hat. Jeweils aus einem anderen Blickwinkel und so bleibt es immer spannend, mal ist man dem jeweiligen Akteur voraus, mal grübelt man genauso mit und ist unwissend gegenüber manche Ereignisse.

Jeffrey Archer erzählt so lebhaft und begeisternd die Familiengeschichten, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte und mit der jungen Generation mitgefiebert habe. Dabei gelingt es Archer nicht nur die Handlung spannend zu halten, sondern auch seinen Charakteren ein Gesicht zu verleihen. Dabei sind sie nicht einfach schwarz weiß Stereotyp, sondern haben auch viele Grautöne in sich. So kann manche Handlungsweisen auch nachvollziehen, wenn man sie auch nicht gutheißen kann. Denn jede Geschichte hat zwei Seiten und dies wird immer wieder deutlich.

Fazit

“Spiel der Zeit” von Jeffrey Archer  ist ein sehr gelungener Auftakt mit sehr guten Charakteren, einer spannenden Handlung und einem Erzählstil, der einen nicht mehr so schnell los lässt.

Buchinfo:
Jeffrey Archer – Spiel der Zeit (Only time will tell)
Übersetzer: Martin Ruf
Taschenbuch 560 Seiten
Heyne 13.07 2015
ISBN-13: 978-3-453-47134-4
Preis: 9,99€

Bewertung:

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[Buchbesprechung] Susanne Ptak – Mord in Greetsiel

Mord_im_GreetsielKlappentext von der Verlagsseite:

In Greetsiel geschieht ein Mord nach dem anderen: Erst eine Journalistin, die einer heißen Story auf der Spur war, dann mehrere Pharmavertreter, denen nach dem Mord brutal die Pulsadern aufgeschnitten werden. Treibt ein kranker Serienmörder sein Unwesen in Ostfriesland? Die zuständigen Kriminalbeamten geraten bei den Ermittlungen an ihre Grenzen, doch dann stößt eine Rechtsmedizinerin mit ihren unorthodoxen Ermittlungsmethoden auf den Fall und ermittelt auf eigene Faust. Natürlich missfällt dies dem Mörder – so sehr sogar, dass die tödliche Gefahr nun auch auf die Ermittlerin lauert…

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Susanne Ptak wurde 1964 in Düsseldorf geboren. 2003 zog sie mit ihrem Ehemann ins schöne Ostfriesland, wo sie sich vor einigen Jahren den Traum einer Schafskäserei erfüllt haben. Die Autorin liebt Krimis, in denen sie ihre Leidenschaft für Schafe, Wolle, Ostfriesland und leckeres Essen mit einfließen lässt. Traditionell spielen alle Krimis der Autorin in Ostfriesland und bieten Ihnen eine aufregende Mischung aus friesischer Ruhe, ländlicher Intrige und mörderischer Spannung inmitten von Weideland, Wolle, Schafen und guten Freunden. Im Klarant Verlag sind bereits mehrere Ostfrieslandkrimis veröffentlicht. Weitere Informationen über die Autorin und ihre Schafe erfahren Sie hier:  https://crazy-sheep-farm.blogspot.com/

Erster Satz:

Gut gelaunt setzte Jessica sich an den Abendbrottisch.

Aufbau:

“Mord in Greetsiel” von Susanne Ptak umfasst 19 Kapitel auf 151 Seiten.

Meinung:

Wer schon einmal in Greetsiel war, der weiß wie beschaulich und heimig der kleine Küstenort in der Krummhörn in Ostfriesland ist. Susanne Ptak hat sich diesen malerischen Ort als Schauplatz für ihren Krimi “Mord in Greetsiel” ausgesucht und auch den Ort mit seinen Sehenswürdigkeiten schön dargestellt.
Jessica soll ihre Großmutter in den Urlaub nach Greetsiel begleiten und verhindern, dass sie dort ein Ferienhaus ersteht, so dass die gesamte Familie dort Urlaub machen kann. Zunächst ist sie wenig davon begeistert, aber ihre Großmutter Josefine hat etwas ganz anderes vor.
Vor allen Josefine ist mir während der Handlung ans Herz gewachsen. Sie ist nicht freiwillig aus ihrem Beruf der Rechtsmedizinerin ausgeschieden und hat einen Hang zum Ermitteln. Sie ist witzig, nass forsch und steht ihre Frau. Über ihr Auto musste ich schon Lachen und kann mir auch sehr gut vorstellen, wie die Leute darauf reagieren. Sie ist wirklich sympathisch und neugierig. Beide Eigenschaften zeichnen auch ihre Enkelin Jessica aus, die Medizin studiert, aber im Laufe der Handlung, über ihre berufliche Entscheidung nachdenkt.
Neben den beiden Charakteren gibt es noch weitere sehr schön gestaltete Figuren. Seien es die Hotelangestellten, die ortsansässige Polizei, die so ihre Probleme mit den beiden Frauen hat oder die Kripobeamten.

Auch die Idee hinter den beiden Geschichten ist sehr gelungen. Man ermittelt direkt mit und auch die jeweiligen Motive für die beiden Kriminalfälle sind zwar nicht unbedingt neu, aber realitätsnah. All zu oft liest man davon in den Printmedien.
Sowohl die Idee als auch die Darlegung des Geschehens haben mich überzeugt. Durch verschieden gelegte Fährten, überlegt man immer wieder mit, wer es nun gewesen sein könnte und wieso auch überhaupt. Das Motiv wird es nach und nach klar. Als Leser erfährt man wesentlich mehr von dem Ganzen geschehen, als die auf eigene Faust ermittelnden Josefine und Jessica. Und man wünscht sich auch ab und an, dass sie etwas vorsichtiger sein mögen.
Auch wenn die ersten Seiten etwas dahin plätschern und man erst einmal in die Handlung eingeführt, ist “Mord in Greetsiel” spannend geschrieben und ein richtiger Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Fazit

“Mord in Greetsiel” von Susanne Ptak ist ein sehr gut unterhaltener Krimi mit zwei ungewöhnlichen Ermittlerin vor der malerischen Kulisse des ostfriesischen Ferienortes Greetsiel.

Buchinfo:
Susanne Ptak – Mord in Greetsiel
Taschenbuch 200 Seiten
Klarant Verlag 2015
ISBN-13: 978-3955732721
ASIN: B011A484ZW
Preis: 3,99 € (Kindle Edition)/11,99 (Taschenbuch)

Bewertung:
 woerterkatzehalb

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[Buchbesprechung] Amy Forster – Der Himmel über Berkeley Park

derhimmelüberberkeleyparkKlappentext von der Verlagsseite:

Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, begegnen sich auf dem englischen Landsitz Berkeley Park: das englische Dienstmädchen Ella, die durch einen Unfall ihr Gedächtnis verlor, und die deutsche Adlige Auguste, die mit ihren Eskapaden das ganze altehrwürdige Haus auf den Kopf stellt. Beide Frauen kämpfen in einer Zeit, in der Europa auf den Ersten Weltkrieg zusteuert, auf unterschiedliche Arten um ihr Glück. Doch eine Gemeinsamkeit wird die zwei für immer verbinden: Die Liebe zu Augustes Ehemann Rhys.

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Amy Forster wurde 1965 geboren und lebt im Hunsrück. Sie liebt es, zu reisen, in der Wirklichkeit und in der Fantasie, und so ist sie schon in viele Rollen geschlüpft: Als Isabel Beto veröffentlicht sie erfolgreich historische Sagas, darüber hinaus schreibt sie aber auch Romantisches und Fantastisches. Nun hat sie sich ihrer neuen Liebe England zugewendet.

Erster Satz:
So blau wie heute war der Himmel in diesem Jahr noch nie gewesen.

Aufbau:

Amy Forsters “Der Himmel über Berkeley Park” umfasst 24 Kapitel in vier Teilen. Des weiteren gibt es vor jedem Kapitel eine kurze Notiz oder einen Brief zum Geschehen. Den Kapiteln vorangestellt ist das Gedicht “Mein Tanzlied” von Elke Lasker-Schüller. Außerdem gibt es einen Epilog, einen Glossar zu den Begrifflichkeiten und eine Danksagung. Der Himmel über Berkeley Park wird aus der Sicht der beiden Protagonistinnen Ella und Auguste erzählt und immer wieder durch einen beobachtenden Erzähler unterbrochen.

Meinung:

“Der Himmel über Berkeley Park” von Amy Forster besticht durch ein sehr schönes Setting. Eingebettet in der englischen Landschaft liegt der Herrensitz Berkeley Park des adligen Sohn Rhys und seiner Familie. Dieser ist später der Hauptschauplatz des Geschehens um Auguste, Ella und Rhys. Zunächst spielt die Handlung abwechselnd in Berlin und auf Berkeley Park. Beide Handlungsorte, die zu Beginn des 1. Weltkriegs, dargestellt werden, konnte ich sprichwörtlich vor meinen Augen sehen, so detailliert und deutlich hat Amy Forster, sie dargestellt.
Ebenso deutlich waren die Charaktere dargestellt, die auch unterschiedlicher nicht sein konnten. Auf der einen Seite Ella, schüchtern, aber auch verständnisvoll, ist die Dienstmagd auf Berkeley Park und wird sowohl von ihrer Herrschaft der Schwiegermutter Auguste als auch von ihren Kollegen geschätzt. Auf der anderen Seite und der krasse Gegensatz zu Ella steht Auguste. Die junge Deutsche ist einfach nur laut, hysterisch, anstrengend und ohne Rücksicht auf Verluste. Sie will sich künstlerisch verwirklichen und sieht in Rhys eine gute Partie. Zunächst mochte ich Auguste noch und ihre Zielsetzung sich nicht unterkriegen zu lassen und sich zu emanzipieren fand ich gut. Aber im Laufe der Handlung ist sie immer abgedrehter und verrückter geworden, und ich fand sie einfach nur noch nervend. Auch wenn ihre Schwiegermutter nicht gerade ein Ausbund an Freundlichkeit ist, so hat Auguste sie das ein oder andere Mal sehr brüskiert. Der dritte Hauptcharakter ist Rhys, der nett ist und aus Trotz gegenüber seiner Mutter Auguste heiratet. Die beiden passen nicht wirklich zusammen.

Spannend finde ich den Handlungszeitraum – kurz vor dem 1. Weltkrieg gibt es Spannungen zwischen Großbritannien und Deutschland und diese übertragen sich auch auf die familiären Beziehungen auf Berkeley Park. So merkt man sehr deutlich die Spannungen zwischen der britischen Schwiegermutter, die an den alten Traditionen festhält und der deutschen Auguste, die eine junge Frau ist und ihren Weg gehen will. Nationale Unterschiede und Sichtweisen wurden dadurch deutlich gemacht. Auch wurde immer wieder Großbritanniens Kolonialzeit in Indien thematisiert nicht nur durch Rhys Bruder, der in Indien lebte, sondern auch durch seinen Vater erfuhr ich einiges aus der damaligen Zeit.
Amy Forster bringt auch den gesellschaftlichen Wandel der Zeit sehr gut zum Ausdruck. Die Frauen emanzipieren sich, fordern Gleichberechtigung und auch Erfindungen wie Automobile und Flugzeuge werden gut dargestellt. Immer wieder spürt man den Aufbruch in eine neue Zeit, aber auch das festhalten an den alten Traditionen. Die Menschen sind zerrissen und wissen nicht in welche Richtung sie nun gehen sollen.

Der Schreibstil ist leicht und so war ich von der ersten Seite in der Handlung drinnen, die mich gepackt hat. Wobei ich mir wesentlich mehr von Ellas Entwicklung gewünscht hätte, als immer wieder Augustes herrische und hysterische Art ertragen zu müssen. Amy Forster ist es gelungen mir diese Zeit des Umbruchs sehr detailliert darzustellen und es wird sicherlich nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein.

Fazit

“Der Himmel über Berkeley Park” von Amy Forster führt einen in eine vergangene Zeit, die so gut dargestellt es, dass man sie förmlich greifen kann. Ein Buch mit spannenden Charakteren und einem schönen Setting.

Buchinfo:
Amy Forster – Der Himmel über Berkeley Park
Taschenbuch 480 Seiten
Droemer Knaur 2015
ISBN-13: 978-3426514818
Preis: 14,99€ (Taschenbuch)

Bewertung:

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[Buchbesprechung] Mikki H. – Kossu & Ouzu

kossu&ouzuKlappentext von der Verlagsseite:
Haben Sie schon einmal Lust verspürt einfach alles hinzuschmeißen, das Glück beim Schopf zu packen, die Heimat, den Alltagstrott und Ihre Probleme hinter sich zu lassen? Wie wäre es mit einem Tapetenwechsel auf Zeit?

Zwei völlig unterschiedliche Charaktere, der wohlhabende griechische Hotelier Paris Kamakis und der Finne Kim Rantala, Hoteldiener, tauschen für ein Jahr das Leben, obwohl sie sich gerade erst begegnet sind. Doch kann ein so verrückter Tauschhandel, der alles mit einschließt – Bankkonten, Arbeitsplätze, Fortbewegungsmittel, soziale Kontakte – funktionieren?  Das Gewohnte, der Alltag, holt uns immer wieder ein.
Doch ist das Fremde, vermeintlich Interessante, wirklich besser? Der Homosapiens ist nie zufrieden. Es ist ihm meist zu kalt oder zu warm. Die Arbeit zu eintönig oder zu verantwortungsvoll. Wie reagiert ein besser Gestellter auf das Leben eines Anspruchslosen und umgekehrt?

Ein spaßiger unterhaltsamer Entwicklungsroman zweier zielloser junger Männer, die ihr Glück suchen!Erleben Sie ›Efcharisto‹ in Finnisch-Lappland und ›Kiitos‹ auf der griechischen Insel Rhodos.

Eine Geschichte für jene gehetzten Menschen unter uns, die auch mal gerne alles hinter sich lassen würden, um dann vielleicht festzustellen:»So schlecht geht es mir doch gar nicht..«

Autoreninfo von der Verlagsseite:
»Mikki H.«, finnischer Staatsbürger, geboren 1978 in Waidhofen/Ybbs Österreich, wuchs in eben diesem Land als Sohn einer Finnin und eines Österreichers auf. Im Alter von 25 Jahren, 2003, wanderte er mit seiner Ehefrau nach Finnisch-Lappland aus, wo er auch heute im eigenen Häuschen in einem 900-Einwohner-Dorf lebt. Drei Kinder bereichern das Leben des Paares. Mit etwa dreizehn Jahren, zeitgleich mit Erhalt seines ersten Computers, formulierte er erstmals das Ziel Schriftsteller zu werden.So wirklich loslegen konnte er jedoch erst in der Freiheit, der Natur und dem Frieden Lapplands. Im September 2013 entschloss er sich einen alternativen Weg zu gehen und gründete schließlich im Dezember desselbigen Jahres die Firma »ATPC Media«. Das Unternehmen sieht sich unter anderem als Verlags- beziehungsweise Medienhaus. Seine Romane werden in Eigenregie verlegt und erscheinen bei Amazon in der Druckversion als Taschenbuch und als E-Book. Die elektronische Variante wird ebenso auf anderen Buchplattformen angeboten, wie zum Beispiel Kobo.
Weiters bietet das Unternehmen auf seiner Internetseite Informationen und einen Blog mit Artikeln über das Leben oberhalb des Polarkreises,eine umfangreiche Fotogalerie (mit Kaufmöglichkeiten) sowie einen Internetshop für lappisches Kunsthandwerk und andere Artikel aus dem Norden.

Erster Satz:
Helios lenkte, sehr zu Freude Paris, den Sonnenwagen über den strahlenblauen Himmel Kopenhagens.

Aufbau:

“Kossu & Ouzu” umfasst den Prolog, 12 Kapitel, wobei die Kapitelüberschriften in finnisch sind und jeweils einen Kalendermonat benennen und einen Epilog.  Außerdem gibt es eine sprachliche Einführung,  einen Sprachknigge zum Roman sowie Wörterbücher Deutsch – Finnisch und Deutsch – Griechisch. Außerdem ist dem Buch eine Danksagung an seine Familie enthalten.
Das Cover zeigt zwei Schnapsflaschen Kossu & Ouzu, ein Komboloi, welches öfters im Buch noch erwähnt und eine tanzende Paar-Silhouette.

Inhalt:

Paris, ein junger Grieche, und Kim, ein junger Finne, treffen sich an der Meerjungfrau in Kopenhagen. Beide gehen jeweils davon aus, dass der andere ein Frau ist, denn schließlich haben sie sich im Internet kennengelernt. So ist die Verwunderung groß als sie erkennen, dass ihre Vermutung nicht stimmt. Paris, ist Hotelmanager auf der griechischen Ferieninsel Rhodos, und bei einem abendlichen Backgammonspiel mit dem trinkfreudigen Kim, wetten sie. Bei der Wette geht es darum, dass Kim, sollte er gegen den Backgammonerfahrenden Paris gewinnen, für ein Jahr Paris’ Posten in Rhodos übernehmen soll. Und wie der Teufel es passiert es auch. Beide erleben in dem Jahr einige Überraschungen.

Meinung:

“Kossu & Ouzu” ist der zweite Entwicklungsroman von Mikki H. und ich muss sagen, er ist gelungen. Er hat mit Paris und Kim zwei Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Auf der einen Seite ist Paris, ein erfolgreicher griechischer Hotelmanager, der es nur nicht so mit der Treue hat und auf der anderen Seite steht Kim, ein in den Tag hineinlebender Finne, der mehr Alkohol zu sich nimmt als gut für ihn ist.  Gerade Letzteres hat mich immer wieder gestört während des Lesens, teilweise hatte ich den Eindruck, dass Kim nichts anderes als ein Säufer ist und er ging mir wirklich auf den Geist. Auch kam er mir etwas tollpatschig rüber und teilweise auch einfältig. Aber es wäre kein Entwicklungsroman, wenn sich Mikki H.’s Charaktere nicht weiter entwickeln würden.

Im Laufe des Jahres erleben sowohl Kim als auch Paris einschneidende Veränderungen. Paris, der zunächst erstaunt war, dass Kim nicht auf der gleichen Führungsebene arbeitet wie er, lernt das finnische Leben kennen und im Laufe eines Jahres auch die Ruhe und Abgeschiedenheit von Kims Hütte lieben. Aber Paris wäre nicht Paris, wenn nicht auch in Finnland das Weib locken würde.

Störte mich Kims ewiges Trinken von Ouzu, so musste ich dermaßen oft über Paris lachen, dass mir der Bauch wehtat. Für den Griechen war Finnland absolutes Neuland: Eisfischen, Sauna, Schlittenhundefahrt, Elchjagd und Beerensammeln sowie die Dunkelheit im finnisch-lappländischen Winter hat ihn beeindruckt.

Zu Beginn der Lektüre musste ich schon öfters Lachen, denn es war locker und flockig geschrieben. Allein die Szenen bei der Meerjungfrau oder das Backgammonspiel haben mich immer wieder zum Lachen gebracht. Auch im Laufe der dahin fliegenden Seiten, musste ich noch öfters Lachen, aber zunehmend wurde die Geschichte ernster und nachdenklicher. Je mehr Monate dahin flossen und die beiden Charaktere Erfahrungen im Land des anderen sammelten, so mehr hinterfragten sie ihr bisheriges Tun.

Beiden gelingt es im Laufe des Jahres ihr bisheriges Leben zu überdenken und wichtige Entscheidungen zu treffen, die ihr weiteres Leben beeinflussen wird. Je mehr Seiten ich gelesen hatte umso überzeugter war ich, dass beide ihr jeweiliges Leben in den Griff bekommen und ihren Weg gehen werden.

Gerade die Beschreibung der Jahresverläufe in Finnland als auch auf Rhodos hat mir sehr gut gefallen. Mikki H. hat mir einen guten Eindruck sowohl über die finnische als auch die griechische Lebensweise gegeben. Beide sind herzlich und zuvorkommend. Wobei ich vor allen Kims Chefin stellenweise toll und stellenweise einfach kaltschnäuzig fand. Aber ein spannender Charakter, der viel im Leben von beiden Männern verändert.

Fazit

“Kossu & Ouzu” entführt einen in zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, mit Humor aber auch mit nachdenklichen Momenten.

Buchinfo:
Mikki H – Kossu & Ouzu
Taschenbuch 338 Seiten
ATPC Media 2015
ISBN-13: 978-1508458876/B00TO2CRLU
Preis: 13,50€ (Taschenbuch), 4,99 (Kindle Edition)

Bewertung:
 woerterkatzehalb

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[Buchbesprechung] Jon Spence – Geliebte Jane

geliebte janeKlappentext von der Verlagsseite:

Bis heute begeistert Jane Austen die Welt mit ihren Werken, ihrem Witz und ihrer Weisheit. Inspiriert von der Begegnung zwischen der jungen Jane Austen und dem Iren Tom Lefroy, erzählt Geliebte Janeeinfühlsam, wie aus einer jungen Lady die berühmte Schriftstellerin Jane Austen wurde. Jon Spence’ vielgerühmte Biographie ist die erste – und bislang einzige – ausführliche Darstellung dieser schicksalhaften Liaison. Sie bildete die Vorlage für Julian Jarrolds Verfilmung.

Erster Satz:

1704 lag John Austen, der mutmaßliche Erbe des Austenschen Familienvermögens, im Sterben.

Aufbau:

“Geliebte Jane” von Jon Spence umfasst 12 Kapitel und eine kleine Geschichte zum Schluss auf insgesamt 379 Seiten. Hinzu kommt ein umfassender Anhang mit Anmerkungen, Bibliographie, Abbildungsnachweis und Danksagung. Zu Beginn gibt es ein Porträt von Jane Austen nach einem Aquarell ihrer Schwester Cassandra Austen. Außerdem zwei große Stammbäume der Familie Austen sind auf den Seiten 18 bis 21 zu finden.

Meinung:

Ich liebe und verehre Jane Austen und ihre Romane. So war es für mich auch verständlich, dass ich Jahre nach dem ich die Verfilmung der Biographie von Jon Spence mit Keira Knighteley als Jane Austen, zu der Vorlage greife.
So gut wie ich den Film in Erinnerung hatte, war das Buch leider nicht. Es ist eine Biographie ohne weiteres, aber für mich war sie unheimlich zäh zu lesen und ich habe mich peu à peu in den vergangenen fünf Monaten durch das Buch gekämpft. Wäre nicht mein Interesse und mein Wille gewesen dieses Buch zu beenden, wäre es sicher abgebrochen worden. Aber so kämpfte ich mich durch und vor allem der Stammbaum hat mir immer wieder aus der Patsche geholfen, wenn ich bei den vielen Namen durcheinander kam.
Mit der Zeit wurde es zwar besser, aber gepackt hat mich die Biographie. Vielleicht mag es seine teilweisen Vermutungen im Hinblick auf ihre Liebesgeschichte zu Tom Lefroy oder an den wirklich vielen Fußnoten. Es hat mich jedenfalls nicht überzeugt, wobei die Kapitel, die sich um ihre Romane drehen, wirklich interessant sind.
Und eins sollte man wirklich nicht das Buch mit dem gleichnamigen Film vergleichen, denn der Film gibt nur einen Auschnitt aus der Biographie Jane Austens wieder.

Fazit

Eine in meinen Augen nicht so gelungene Biographie zu Jane Austen.

Buchinfo:
John Spence – Geliebte Jane (Becoming Jane. A life)
Taschenbuch 379 Seiten
Insel 2007
ISBN-13: 978-3-458-35012-5
Preis: 10,00 €

Bewertung:

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[Buchbesprechung] Randy Pausch – Last Lecture

Last Lecture - Die Lehren meines Lebens von Randy Pausch

Klappentext von der Verlagsseite:

»Die Buchsensation des Jahres.« Focus

Im September 2007 hält Randy Pausch, Informatik-Professor an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, seine Abschiedsvorlesung. Das Thema: Seine Kindheitsträume und wie er sie verwirklicht hat. Der Anlass: Pausch ist unheilbar an Krebs erkrankt. Kurz darauf kennen Millionen Menschen ihn und seine bewegende Rede. Das vorliegende Buch, für das die »Last Lecture« den Anstoß gegeben hat, ist in Gesprächen mit dem Journalisten Jeffrey Zaslow entstanden. Darin sind die Lebenseinsichten Pauschs mit seiner persönlichen Lebensgeschichte verwoben.

Wie man seine Träume verwirklicht und anderen dabei hilft – ein beeindruckendes Beispiel für Optimismus und Lebensbejahung.

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Randy Pausch (Autor)

Randy Pausch, Jahrgang 1960, promovierte 1988 in Informatik und lehrte an der Universität von Virginia, wo ihm ein Jahr früher als üblich eine Professur angeboten wurde. Seit 1997 unterrichtete er an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Im September 2006 wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Er unterzog sich einer Chemotherapie, die allerdings erfolglos blieb. Randy Pausch verstarb im Juli 2008.

Jeffrey Zaslow (Autor)

Jeffrey Zaslow arbeitete als Journalist und Kolumnist beim Wall Street Journal und war Co-Autor des Weltbestsellers »Last Lecture« von Randy Pausch. Er kam im Februar 2012 bei einem Autounfall ums Leben.

Erster Satz:

Ich habe eine Funktionsstörung.

Aufbau:

“Last Lecture” ist in 6 Kapitel mit insgesamt 61 Unterkapiteln eingeteilt. Jedes großes Kapitel und jedes Unterkapitel trägt einen Titel. Dazu gibt es eine Einführung und noch eine Danksagung.

Meinung:

Von Randy Pauschs “Last Lecture” habe ich bereits auf youtube gesehen. Wer es noch nicht gesehen, der sollte es unbedingt nachholen. Es ist einfach toll, ermutigend und stellenweise auch traurig. Ebenso erging es mir mit dem Buch.

Randy Pausch erzählt von seinem Leben und von dem was er erreicht hat. Seine Professur, seine Familie, sein Umgang mit den Studenten und auch von seiner Krankheit: Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Er hat sich auch in der gesamten Zeit seiner Krankheit nicht unterkriegen lassen und hat versucht mit der Last Lecture seinen Kindern, drei an der Zahl, ein Vermächtnis da zu lassen. Als er am 25. Juli 2008 starb waren seine Kinder im Alter von zwei bis 7 Jahren. Es ist allerdings nicht nur ein Vermächtnis an seine Kinder, sondern auch an jeden anderen. Er möchte, dass wir alle nicht aufgeben und unseren Weg gehen. Nicht aufstecken, wenn es schwierig wird, nicht nachgeben, wenn uns etwas wichtig ist. Um uns dies zu verdeutlichen bringt er immer wieder seine eigene Biographie und auch, dass er die Möglichkeit hatte seine Kindheitsträume: Einmal schwerelos sein, für Disney Imageenering zu arbeiten…, zu erfüllen.

Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mich auf der einen Seite zwar traurig gestimmt hat, aber auf der anderen Seite aber auch so viel positives mit gegeben hat, wie “Last Lecture”.

Auch wenn es vielleicht sprachlich nicht brillant ist, aber seine Tiefe und die Lebensbejahung hat mich einfach überzeugt.

Fazit

Ein Buch voller Weisheiten und Erinnerungen.Eine Aufforderung zu Leben und sich nicht unterkriegen zu lassen.

Buchinfo:
Randy Pausch – Last Lecture
Taschenbuch 240 Seiten
Goldmann 2009
ISBN-13: 978-3442471379
Preis: 8,95 €

Bewertung:

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