[Die Wörterkatze liest …] Zum Theodor Fontane Jahr 2019 – Ein Leseprojekt durch sein Werk

Hallo ihr Lieben,

es ist überall in aller Munde. In den Zeitungen, im Fernsehen überall begegnet uns in diesem Jahr Theodor Fontane, den Schöpfer von “Effi Briest” und “Irrungen, Wirrungen”. 2019 wird ihm gedacht, vor allem in seiner Geburtsstadt Neuruppin, dort erblickte er am 30. Dezember 1889 das Licht der Welt.

Mit Theodor Fontane verbindet mich eine lange Geschichte. Ich mag seine Sprache, seinen Stil und auch die gesamte Epoche des Realismus. Wenn einige meiner Kommilitonen damals gestöhnt haben, wenn es darum ging Fontane zu lesen, war ich begeistert. In “Effi Briest” konnte ich mich richtig einlesen und das dünne Reclamheft ist schon ganz schön zerknittert gewesen nach dem Seminar. Aber ich habe es genossen. So frage ich mich immer noch, wie es passieren konnte, dass mir Fontane abhanden kam.
Denn sein “Unter dem Birnbaum“, eine Kriminalgeschichte, hat mich ebenso gefesselt wie seine Ballade von “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, die ich zu Schulzeiten auswendig lernen musste oder besser durfte. So sehr wie ich sein Werk bewundere und mag, genauso kritisch stehe ich seinem Wesen gegenüber, war er doch in den letzten Jahren seines Lebens antisemitisch eingestellt, obwohl er mit Juden persönlich und geschäftlich verkehrte.
Ich versuche sein Werk von seinen Wesen abzukoppeln, auch wenn es schwierig ist, einige Werke hat er nicht veröffentlicht, weil er selbst merkte, dass sie antisemitisch sind. Das macht die Sache nicht besser, wohl war,  es spiegelte aber leider den damaligen Zeitgeist wider.  Den ich nicht gutheiße weder damals noch heute.

Dennoch möchte ich mich in sein literarisches Werk in diesem Jahr vertiefen. Unabhängig von seiner politischen Weltansicht mag ich seine Bücher, auch wenn die Gedanken immer im Hintergrund mit sich schwingen. So habe ich mir vorgenommen in jedem Monat des Jahres ein Werk von ihm zu lesen, den Leseplan stelle ich hier schon mal vor. Allerdings werde ich ihn auch nochmal auf die Projektseite stellen.

Leseplan im Fontane Jahr

Januar

Cecile

Februar

Unterm Birnbaum

März

Stine

April

Effi Briest

Mai

Schach von Wuthenow

Juni

Irrungen, Wirrungen

Juli

Meine Kinderjahre

August

Frau Jenny Treibel

September

Grete Minde

Oktober

Mathilde Möhring

November

Vor dem Sturm

Dezember

Der Stechlin

2019 wird bei mir ein Klassiker-Jahr, wenn ich bedenke, wie viel ich davon lesen will. Aber ich freue mich darauf und auch auf Fontane. Wer Lust hat, mich zu begleiten ist gerne dazu eingeladen. Im Laufe des Jahres werde ich mit Fontane “Die Wörterkatze liest …” bestücken.

 

Mögt ihr Klassiker? Wenn ja, wer ist euer Lieblingsautor?
Wie ist euer Standpunkt zu Fontane?

Eure

Kerstin

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4 Antworten auf „[Die Wörterkatze liest …] Zum Theodor Fontane Jahr 2019 – Ein Leseprojekt durch sein Werk“

  1. Liebe Kerstin,

    ein spannendes Vorhaben!

    Ich selbst habe von Fontane kaum etwas gelesen. In der Oberstufe las die Hälfte der Klasse Effi und die andere Hälfte “Irrungen, Wirrungen”. Ich selbst war zu dem Zeitpunkt allerdings krank und habe dann nur noch einen Teil davon mitbekommen und kann mir daher kein rechtes Bild von den Texten machen. Abgesehen davon haben wir von Fontane lediglich Balladen behandelt. In Erinnerungen blieb mir lediglich “John Maynard”, das wir in der 6.(?) Klasse auswendig lernten und das ich sehr mochten.

    Daher bin ich gespannt, Fontane durch dich noch besser kennenzulernen. Hinsichtlich der Problematik seines Antisemitismus versteh ich dich gut. Leider vertraten früher viele gute Schriftsteller Ansichten, bei denen wir mit dem Kopf schütteln. Sei es Poe, der kein Problem mit Sklaverei hatte, oder Fitzgerald, Fontane und sogar Dickens, die privat oder in ihren Texten Antisemitismus lebten.

    Viele Grüße
    Kathrin

    1. Hallo Kathrin,
      Ich kann Fontane nur empfehlen. Stehe damit aber auch im Freundeskreis alleine da. An John Maynard erinner ich mich dunkel. Nächste Woche kommt das Balladenbuch an und dann lese ich es.

      Fontane war sicherlich nicht der einzige Literat. Gelebten Antisemitismus war damals leider schon weit verbreitet. In der Medizin, in der Gesellschaft und in der Politik.

      Liebe Grüße
      Kerstin

  2. Liebe Kerstin,

    bis ich deinen Beitrag gelesen habe, wusste ich gar nicht, das es Fontane-Jahr ist. Ich habe von dem Autor bisher nur um Studium etwas gelesen und da haben wir uns auch mehr auf die historische Korrektheit, bzw. Spiegelung historischer Ereignisse beschränkt. Ich habe in diesem Rahmen Grete Minde gelesen, das übrigens etwas weit weg von der Wahrheit ist. Ich finde es sehr spannend, dass du dir einen Autor vornehmen willst, der antisemitisch eingestellt war. Werk und Autor zu trennen ist eine der ersten Sachen, die ich im Literaturatudium gelernt habe, allerdings ist es bei solchen Tendenzen dann auch wieder schwierig, drüber hinweg zu sehen. Ich bin gespannt, wie du das alles erleben wirst.

    Alles Liebe,
    Friederike.

    1. Liebe Friederike,
      die Trennung macht es mir auch schwer. Aber ich will es versuchen und hoffe, dass ich einiges aufbröseln kann. Grete Minde habe ich noch nie gelesen, bei mir waren es Effi und die Irrungen, Wirrungen. Beide habe ich in guter Erinnerung.
      Ich bin auch gespannt, wie für mich das Fontane-Jahr wird. Über einen regen Austausch mit euch würde ich mich sehr freuen.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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