[Montagsfrage] Ist Hörbuch-Hören für dich mit ’klassischem’ Lesen gleichzusetzen? Oder ist beides für dich grundverschieden?

Hallo ihr Lieben,

die liebe Antonia vom Blog Lauter & Leise hat von Svenja alias Buchfresserchen, die Montagsfrage übernommen. Es ist zwar schon wieder Mittwoch, aber die Frage ist einfach zu interessant um sie nicht auch noch heute zu beantworten.

Ist Hörbuch-Hören für dich mit ’klassischem’ Lesen gleichzusetzen? Oder ist beides für dich grundverschieden?

Ich liebe es in Geschichten einzutauchen und mich ganz darin zu verlieren. Meistens sind es Krimis und ich habe da auch eine genaue Vorstellung von den Charakteren und ihrer Stimme.  Daher könnte man meinen, dass ich mit Hörbüchern nichts anfangen kann. Dem ist aber nicht so.

Allerdings unterscheide ich stark, welches Buch ich selber lese und welches ich vorgelesen bekommen möchte. Dabei halte ich Hörbücher nicht für weniger Buch als das geschriebene Wort, denn beides liebe ich, wie ich bereits gesagt habe.

Der Unterschied liegt ganz einfach in den jeweiligen Sprecher des Hörbuchs. So höre ich zum Beispiel die Bill-Hodges-Reihe von Stephen King als Hörbuch. Zum einen kann ich mir da keine Stimmen vorstellen und damit ist es für mich gut und zum anderen spricht David Nathan einfach zu genial. Ich liebe diese Stimme. Da muss ich auch direkt, etwas dazu sagen. Ich liebe dunkle, gut akzentuierte Stimmen und dabei ist es egal, ob weiblicher oder männlicher Sprecher. Vom Sprecher hängt bei mir viel ab, so kann eine piepsige oder zu helle Stimme mir das Hörbuch hören verleiden, so dass ich dann lieber zum Buch greife.

Im Grunde genommen ist es also für mich gleich, ich unterscheide da lediglich im Medium und auch wonach mir gerade ist. Es gibt Zeiten, da rühre ich überhaupt kein Hörbuch an und dann gibt es wieder Zeiten, da ist eins nach dem anderen auf meinen Ohren. Für mich ist beides lesen, das eine lese ich selbst und das andere wird mir halt vorgelesen.

Ich kann noch nicht mal sagen, das bei Printbüchern mein Kopfkino stärker anspringt als bei Hörbüchern, das eine fordert mich visuell mehr, dass andere von genauen hinhören und bei beiden muss man dranbleiben, um alles genau zu erfassen.

Und ihr? Sind Hörbücher und Printbücher
für euch identisch oder nicht?

 

Eure

Kerstin

———
Die Montagsfrage ist eine Aktion von Antonia von Lauter & Leise 

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9 Antworten auf „[Montagsfrage] Ist Hörbuch-Hören für dich mit ’klassischem’ Lesen gleichzusetzen? Oder ist beides für dich grundverschieden?“

  1. Hallo Kerstin,
    grundsätzlich gibt es schon Unterschiede beim Hörbuchhören. Zum einen bestimmt die Stimme der Leserin / des Lesers ganz stark mein Wohlgefühl. Ich habe schon Bücher aufgrund unpassender Sprecher abgebrochen (und dann lieber klassisch gelesen). Für mich als Autor sind Hörbücher noch aus einem anderen Grund wichtig. Ich habe eine kleine Auswahl an Hörbüchern, deren Schreibstil ich passend zu meinem eigenen Stil finde. Bevor ich schreibe, höre ich i.d.R. ein kurzes Stück eines dieser Hörbücher (oft immer dasselbe), um mir die Sprachmelodie in den Kopf zu rufen. Dann schreibe ich und kann mir vorstellen, die die Sprecherin /der Sprecher meine Textpassage lesen würde. Klingt das fließend, bleibt der Text bis zur Überarbeitung so. Klingt es holprig, ändere ich es.

    Dann sind immer noch viele Hörbücher gekürzt, bieten also in Wirklichkeit gar nicht die echte Geschichte. Teilweise werden ganze Handlungsstränge weggelassen und da wird es für mich grenzwertig. Ich höre ganz generell unheimlich viele Hörbücher, weil ich so viel mit dem Auto unterwegs bin und die Zeit nutzen möchte.
    Just my 2 Cents :)
    Jürgen

    1. Hallo Jürgen,
      das finde ich eine tolle Idee so die Sprachmelodie des geschriebenen zu überprüfen. Auf den Sprecher kommt es wirklich sehr an. Das merke ich bei mir auch immer wieder. Es gibt Lieblingssprecher, die schaffen auch noch ein nicht so tolles Buch, genial rüber zu bringen.
      Ungekürzte Hörbücher finde ich grausam, oft fehlt ein Teil und die Handlung ist nicht mehr so passend. Daher höre ich nur noch ungekürzte. Mein Audible-Abo hilft mir dabei sehr.
      Hast du Lieblingssprecher?
      Liebe Grüße
      Kerstin

  2. Hallo liebe Kerstin,

    für mich sind Hörbücher nicht mit gedruckten Büchern identisch auch wenn der Inhalt (bei einem ungekürzten Hörbuch) genau der gleiche ist.

    Alleine einer Geschichte zuzuhören wie sie jemand anders liest ist für mich ein vollkommen anderes Erlebnis als die Geschichte selbst zu lesen. Dennoch mag ich Hörbücher sehr, und immer wieder gibt es bei mir eine Zeit in der ihr sehr gerne nach einem Hörbuch greife.

    David Nathan ist wirklich ein toller Sprecher. Diese angenehme Stimme könnte einfach alles vorlesen und ich würde selig zuhören :)

    Liebe Grüße
    Bella

    Zu meinem Beitrag zur Montagsfrage gehts hier lang.

  3. Keine deine Worte absolut unterstreichen! das Format spielt keine Rolle – Eine Geschichte ist eine Geschichte!

    Bei mir ist es u.a. abhängig von den Sprecher*innen – Nathan und Tahlbach(s) liebe ich, da bevorzuge ich die Hörbuchvariante. Aber ich verstehe dich, denn gewisse Bücher will ich auch selbst lesen. Wenn ich eine Reihe mit einem der vorhandenen Formate beginne, dann führe ich sie aber auch mit genau diesem weiter (warte schon ganz hibbelig bspw. auf “In Dunkel” von Jane Harper, hab “The Dry” als Hörbuch geliebt).

    Und Hörbücher haben noch einen zusätzlichen Punkt, wenn die Sprecher*innen gut sind, ich sie gerne höre: sie können Geschichten aufwerten! Hatte schon solche, die ich als Print abgebrochen oder definitiv schlechter bewertet hätte!

    Hab ein feines Wochenende :-*

    1. Hallo Janna,
      Auf die Sprecherin en kommt es bei mir auch sehr an. David Nathan geht immer, auch Tanja Geke, Eva Mattes, Sascha Rothermund, Christian Berkelgehlren dazu. Mit den Thalbach habe ich so meine Probleme, manchmal geht es gut, manchmal überhaupt nicht.
      Die Kate-Burkholder-Reihe von Linda Castillo wird von Tanja Geke gelesen und die höre ich lieber als das ich die selber lesen will.
      Und aufwerten tun gute Sprecherin en jedes Buch und manchmal kann ein Sprecher ein gutes Buch auch gnadenlos vermasseln. Ich mag zum Beispiel keine hellen oder krächzende, silbenverschluckenden Stimmen. Da bekomme ich die Krise.
      Liebe Grüße
      Kerstin

        1. Daher habe ich nur noch ein paar Lieblingssprecher und wenn ich ein Buch hören will, wo der Sprecher nicht passt, dann wird es eben als Printbuch gelesen.

  4. Liebe Kerstin,

    wie schön, dass es die Montagsfrage wieder gibt!
    Spannend! Für mich sind Bücher und Hörbücher sehr unterschiedlich. Hörbücher sind eher Zerstreuung, laufen nebenbei. Deshalb eher leichte Titel.
    Bücher sollen mich mehr fordern und sind bewusste Auszeit.
    In letzter Zeit höre ich wieder sehr viel Hörbuch und genieße das sehr. :)

    Viele liebe Grüße
    Mareike

    1. Hallo Mareike,
      Sollte ich vielleicht auch ausprobieren, denn allzu oft schlafe ich beim Hörbuch ein. Und kann es dann ab einen ungefähren Zeitpunkt noch einmal versuchen. Oft höre ich Hörbücher deswegen nun zum Bloggen. Passt dann auch meistens.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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