Jenna Black – Rosendorn


Klappentext:
“Ich heiße Dana, und bevor ich nach Avalon gekommen bin, wusste ich nicht mehr über diese Stadt, als dass sie der einzige Ort auf der Erde ist, an dem sich die Feen- und die Menschenwelt überschneiden. Na ja, okay, den ganzen langweiligen Kram zur Geschichte habe ich in meinem Reiseführer auch überblättert.
Aber inzwischen könnte ich selbst einen Reiseführer mit ein paar verdammt nützlichen Tipps schreiben:
1. Richtet euch darauf ein, dass ihr ein paar besondere Fähigkeiten entwickeln könntet und deshalb plötzlich zur meistgesuchten Person in Avalon werdet.
2. Packt unbedingt fluchttaugliches Schuhwerk ein.
Und besonders wichtig:
3. Verliebt euch ja nicht in einen atemberaubend gutaussehenden Feenjungen! Denn wenn etwas zu gut scheint, um wahr zu sein, dann ist es das auch …”

Inhalt:
Dana, ein sechszehnjähriger Teenager, lebt mit ihrer alkoholkranken Mutter in den USA. Immer wieder müssen sie umziehen, da ihre Mutter vor Danas Vater auf der Flucht ist. Dadurch hat es Dana in der Schule nicht leicht und als ihre Mutter sie nach einem Gesangsauftritt blamiert, möchte Dana nur noch weg zu ihrem Vater nach Avalon. Sie möchte mal wieder ein ganz normaler Teenager sein und nicht die Bürde der Verantwortung tragen. Ihr Vater Seamus Stuart, eine Lichtfee aus dem Sommerhof, gehört den Rat der Feen in Avalon an und ist einer der Anwärter auf den Posten des Konsuls. Dana, die es bis nach Avalon geschafft hat, wird direkt von ihrer Tante Grace, der Chefin der Grenzpolizei in Gewahrsam genommen mit der Begründung, dass sie sie vor bösen Mächten schützen müsste, denn ihr Vater sei noch im Gefängnis. Sie sperrt Dana ein. Mit der Hilfe der beiden Dunkelfeen Ethan und Kimber vom Winterhof gelingt ihr die Flucht. In dem neuen vermeintlich sicheren Versteck wird Dana und der studentische Untergrund von Spriggans angegriffen, aber können sich gerade so noch retten. Dana erfährt einiges über die Geschichte von Avalon und der Feenwelt Faerie. Durch einen Test stellen Ethan und Kimber fest, dass Dana ein Faeriewalker ist. Fairiewalker sind besondere Feen, die Gegenstände und Menschen ungehindert von Avalon nach Faerie bringen können, als auch umgekehrt. Sie fängt Ethan, den gut aussehenden Dunkelfee zu vertrauen, obwohl sie immer wieder von Kimber gewarnt wird und leider wird sie enttäuscht. Schließlich schafft Dana es endlich zu ihrem Vater zu kommen, der auf den ersten Blick gar nicht so schlimm ist, wie sie es aus den Erzählungen ihrer Mutter erwartet hat. Dana versucht sich in der neuen Welt zu Recht zu finden und stellt fest, dass sie zu einem Spielball der Interessen geworden ist…

Meinung:
“Rosendorn” von Jenna Black ist der Auftakt zu einer Feen-Trilogie um die junge Faeriewalkerin Dana Stuart. Der erste Band erzählt Danas Hintergrund und ihren Weg nach Avalon. Daher ist er nur der einleitende Band und für mich auch nicht wirklich spannend, sondern liefert einiges an Hintergrundwissen und die Einführung der Personen. So kommt auch in gut zwei Drittel des Buches nicht wirklich Spannung auf, bis auf eine kleine Szene, erst gegen Ende wird es mal kurz richtig spannend, ehe die Handlung wieder abflacht. Vermutlich sind die beiden folgenden Bände spannender.
Auch wenn die Handlung bisher nicht viel spannendes geboten hat, so bringt sie dem Leser aber die handelnden Protagonisten nahe. Vor allem Dana kommt der Leser aufgrund der Ich-Erzähler-Perspektive besonders nahe. Man nimmt Anteil an ihren Gedanken und Gefühlen, sei es im Hinblick auf ihre zwiespältigen Gefühle zu Ethan, der sie auf der einen Seite anzieht und auf der anderen Seite durch sein Verhalten ihr gegenüber auch wieder abstößt oder in dem Verhältnis zu ihrer Mutter. Einerseits will sie frei sein, aber auf der anderen Seite fühlt sie sich immer wieder für ihre Mutter verantwortlich.
Neben Dana werden noch Ethan und Kimber deutlicher dargestellt. Ethan ist für sein noch junges Alter bereits sehr gut in der Magie und dies weiß er auch. Dadurch wirkt er oft arrogant und überheblich, aber im Laufe der Handlung wird er auch etwas sympathischer. Kimber, seine Schwester, hat es nicht mit der Magie und muss darunter auch leiden, da sie für ihren Vater Allistair nicht ganz so wichtig ist. Dies macht ihr immer wieder zu schaffen und daher wirkt sie zunächst zugeknöpft und arrogant. Zu den drei Jugendlichen gesellen sich noch weitere Akteure Seamus Stuart, Grace Stuart, Finn und Keane. Von jedem erfährt man einiges. Der eine ist einem sympathisch und der andere unsympathisch. Wieso und weshalb wird im Laufe der Geschichte deutlich.
Neben den gut dargestellten Charakteren beschreibt Jenna Black den geheimnisvollen Ort Avalon sehr schön. Er liegt auf einen Berg mit kleinen verwinkelten Gassen, in denen noch nicht mal ein Auto durch kann und statt dessen Pferdefuhrwerke ihren Dienst tun.
Auch führt sie neben den altbekannten Fantasy-Wesen Feen, Trolle, Wasserhexen noch die Spriggans ein, eine grausame Kreatur aus Faerie.
Dadurch das die gesamte Handlung aus Danas Sicht geschrieben ist, ist auch der Schreibstil sehr jugendlich gehalten und lässt sich auch gut lesen. Gut gefällt mir auch die Idee hinter der Geschichte: Jenna Black greift auf die Fehde der Häuser Lancaster (Rote Rose) und York (Weiße Rose), die im 15. Jahrhundert um die englische Krone stritten. Diese Streitigkeiten überträgt sie auf die beiden Häuser Sommerhof und Winterhof in Faerie. Wobei der Sommerhof damals das Haus York unterstützte und der Winterhof Lancaster. Ich bin schon gespannt inwieweit dieser Konflikt Bestandteil der beiden folgenden Bände sein wird oder ob es sich mehr um die Gefühle zwischen Ethan und Dana drehen wird.
Diese sind ein weiterer Aspekt der Handlung immer wieder spürt der Leser die Anziehung der beiden Protagonisten zueinander und man denkt wieder eine Liebesgeschichte mit einem “atemberaubend” aussehenden Jungen und wo das alles hinführen mag. Aber dann wandelt sich die Geschichte und heraus kommt ein gutes Einstiegsbuch zur Faeriewalker-Reihe.
Ein Hingucker ist die Aufmachung des Buches: Das Cover mit der jungen hübschen Frau im roten Kleid und den umher schwirrenden Rosenblättern. Diese Rosenblätter ziehen sich auch durchs gesamte Buch immer zum Ende eines Kapitels ziehen die Rosenblätter von unten auf den Beginn des nächsten Kapitels. Tolle Idee und toll gemacht.
Im Original heißt die Geschichte “Glimmerglas” und das Wort kommt auch in der Handlung vor, aber genauso treffend wie der Originaltitel finde ich den deutschen Titel “Rosendorn” .
“Rosendorn” von Jenna Black ist ein gutes Einstiegsbuch zur Faieriewalker-Trilogie, die mit Sicherheit noch einiges zu bieten hat. Wenn man gut dargestellte Charaktere mag, ein ruhiger Beginn nicht abschreckt und sich nicht über einige Eigenheiten der modernen Feen wundert, sondern sich daran erfreut, für den ist dieses Buch geeignet.

Buchinfo:
Jenna Black – Rosendorn (Glimmerglas)
Broschur 399 Seiten
PAN 2012
ISBN-13: 978-3426283509
Preis: 14,99 €

Bewertung:

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