Waiting on Wednesday – Das Leben einer anderen

New WoW“Waiting on Wednesday” wird von Jill gehostet! Auf die Taschenbuchausgabe “Das Leben einer anderen” von Joyce Maynard freue ich mich schon seit dem ich im vergangenem Jahr “Der Duft des Sommers” gelesen habe. Ich mag ihren Erzählstil  und die Darstellung ihrer Charaktere. “Das Leben einer anderen” erscheint bereits am 17. Februar im Goldmann Verlag.
Das Leben einer anderen von Joyce Maynard

Klappentext von der Verlagsseite:

Ein unvergessliches Buch über Liebe und Vergebung und das Verlangen zu wissen, wer man wirklich ist

New Hampshire 1949: Ein fürchterlicher Hurrikan zieht über das Land hinweg. Die Menschen kämpfen ums Überleben, und für eine lange Nacht wird das Leben aus all seinen gewohnten Bahnen geworfen. Neun Monate später kommen am selben Tag Ruth und Dana zur Welt, Hurrikankinder. Zwei Mädchen aus ganz unterschiedlichen Familien, und auch selbst so verschieden wie Tag und Nacht. Früh trennen sich ihre Wege, und jede lebt ihr eigenes Leben voller Höhen und Tiefen, Liebe und Verzweiflung. Doch über Jahrzehnte hinweg führt das Schicksal sie immer wieder zueinander – bis ein lange gehütetes Geheimnis ihnen offenbart, wer sie wirklich füreinander sind …

 

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Kate Atkinson – Die Unvollendete

C_Atkinson_Die UnvollendeteKlappentext von der Verlagsseite:

Was wäre, wenn man sein Leben wieder und wieder leben könnte, bis man schließlich alles perfekt gemacht hätte? Wäre man dann ein glücklicher Mensch? Ursula Todd ist eine für ihre Zeit ganz besondere Frau: unabhängig, modern, realistisch. Mit Humor begegnet sie nicht nur ihrer skurrilen Familie, sondern auch den seltsamen Ereignissen in ihrem Leben. Wie jeder erlebt sie Situationen, in denen sie sich fragt: Was wäre, wenn? Was wäre geschehen, wenn sich ihre Teenagerliebe erfüllt hätte? Was wäre geschehen, wenn sie studiert hätte? Oder was wäre aus ihr geworden, wenn sie nicht in England, sondern in einem anderen Land aufgewachsen wäre? Wäre ihr Leben schrecklicher oder besser verlaufen? Doch anders als anderen Menschen bleibt es für Ursula nicht bei diesen Fragen. Ihr ist es gegeben, ihr Leben immer wieder zu korrigieren und damit jeden Fehler zu beseitigen. Dennoch erlebt sie Verlust, Verrat, Krieg und Tod. Was also soll diese Gabe? Ist es überhaupt möglich, sein Leben fehlerlos zu leben?

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Kate Atkinson, 1951 geboren, studierte Literaturgeschichte in Dundee. Neben ihrer Arbeit in der Sozialbetreuung und als Teilzeitlehrerin begann sie zu schreiben. 1996 erhielt sie für ihren Roman “Familienalbum” den angesehenen Whitbread First Novel Award. Es folgten die Romane “Ein Sommernachtsspiel”, “Die Ebene der schrägen Gefühle”, “Die vierte Schwester”, “Liebesdienste” und “Lebenslügen” sowie ein Band mit Erzählungen (“Nicht das Ende der Welt”). Kate Atkinson lebt in Edinburgh.

Erster Satz:
Ein Mief aus Tabakrauch und feuchtkalter Luft schlug ihr entgegen, als sie das Café betrat.

Inhalt:

Ursula Todd wird an einem kalten Dezembertag des Jahres 1910 geboren und stirbt kurz nach der Geburt. Dieses Ereignis wiederholt sich viele Male und bei einem kommt der Arzt noch rechtzeitig und Ursula überlebt. Aufwachsen tut dieses besondere Mädchen mit mehreren Geschwistern mit ihren Eltern auf einen Gut in England des 20. Jahrhunderts. Im Laufe der Geschichte begleitet man Ursula durch ihre Jugend bis hin zu ihrem 67. Lebensjahr. Und immer wieder steht sie im Laufe ihres Lebens an einen Scheideweg und wie wird sie sich entscheiden?

Aufbau:

Die Hardcoverausgabe umfasst 585 Seiten und ist in 12 Teile aufgeteilt, die jeweils noch einige Unterkapitel erhalten. Die Teile und Unterkapitel sind unterschiedlich lang, mal nur wenige Seiten, dann wieder ausufernd. Ein jeder Teil hat eine eigene Überschrift und den jeweiligen Unterkapiteln ist das Datum der Handlung zugeordnet. Teile der einzelnen Kapitel wiederholen sich später noch einmal. Am Ende des Buches gibt es noch eine Danksagung der Autorin.

Meinung:

“Was wäre, wenn” – das fragt sich doch jeder einmal und wünscht sich unter Umständen auch einen anderen Weg eingeschlagen zu sein. Ursula Todd, Kate Atkinsons Protagonisten in “Die Unvollendete”, erlebt diese Möglichkeit immer wieder. Stirbt sie in einer Situation, sei es im Krieg oder bei einem Kuss, kommt sie immer wieder zum Ausgangspunkt der Szene zurück und kann einen anderen Weg einschlagen um nicht zu sterben.
Mit diesem Kunstgriff, der sich durch das gesamte Buch zieht, erfährt der Leser viel vom Leben der Ursula Todd und der Geschichte des vergangenen 20. Jahrhunderts. Man begleitet Ursula durch den Ersten Weltkrieg, erlebt mit wie sie einen Tag nach ihrem sechzehnten Geburtstag vergewaltigt wird und auch wie sie Hitler begegnet. Zu jedem dieser Zeitpunkt spielt die “Was wäre, wenn”-Frage mit und Ursula kann ihren jeweiligen Lebensabschnitt noch mal und noch mal erleben, bis sie auch diesem heil überstanden hat.
“Die Unvollendete” besticht durch ihre Protagonistin, mit der man von der ersten Zeile an mitleidet: Wird sie es nun richtig machen? Wird sie glücklich? Kommt sie heil daraus? Oder geht es doch wieder anders aus. Jedes Mal wenn es nicht gut endet, leidet man als Leser und fragt sich, wird sie es beim nächsten Mal besser machen?
Gerade auch Kate Atkinsons Stil mit wenigen Zeilen eine ganze Beziehung, eine ganze Situation darzustellen und zu erfassen, macht dieses Buch so lesenswert. Auch, wenn man durch den Schreibstil schnell in die Handlung eintaucht und mit Ursula das ländlich England der 20er und 30er Jahre erkundet, oder mit ihr während des Zweiten Weltkriegs in London oder in Deutschland auf dem Obersalzberg oder in Berlin, immer hält man als Leser inne und denkt über Ursulas Situation nach. Es ist kein Buch zum einfach durch lesen, denn immer wieder bleibt man hängen und fragt sich hätte man selbst auch so reagiert.
Man hofft und bangt mit ihr, aber auch mit den Nebencharakteren, die einen im Laufe der Handlung immer mehr ans Herz wachsen und allzu oft hofft man, dass ihnen auch das Glück beschieden ist ihr Leben noch einmal zu leben.
Ein Buch über das Leben, Liebe, Familie und die Frage nach dem “Was wäre, wenn” hat Kate Atkinson mit “Die Unvollendete” geschaffen, das man nicht so leicht vergisst und in guter Erinnerung behält.

Fazit

Ein wundervolles tiefgreifendes Buch über ein Leben, das niemals perfekt ist.

Buchinfo:
Kate Atkinson – Die Unvollendete (Life after Life)
Hardcover 592 Seiten
Droemer Knaur 2013
ISBN-13: 978-3-426-19981-7
Preis: 19,99  €

Bewertung:

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Claire Winter – Die Schwestern von Sherwood

clairewinter_dieschwesternvonsherwoodKlappentext von der Verlagsseite:

Eine geheime Botschaft, eine verbotene Liebe, eine tödliche Schuld

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

England 1881: Nach vielen entbehrungsreichen Jahren hat es Elisabeth Sherwood zusammen mit ihrem Mann John zu Geld und einem wunderbaren Anwesen in Devon gebracht. Nun sollen ihre Töchter Cathleen und Amalia ihr die Türen zur besseren englischen Gesellschaft öffnen. Als Amalia nach einer schweren Scharlacherkrankung taub wird, richtet die Mutter all ihren Ehrgeiz auf Cathleen und arrangiert eine Heirat mit Lord Edward Hampton, Sohn einer verarmten Aristokratenfamilie. Auch Amalia kennt den jungen Lord. Sie begegnet ihm häufig im einsamen Dartmoor, wo sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt und stundenlang malt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Dann verschwindet Amalia plötzlich. Sie sei im Moor tödlich verunglückt, heißt es. Edward und Cathleen heiraten, doch ihre Familien sind gezeichnet von dem Unglück, das mit dem Verlust Amalias über sie hereingebrochen ist, und von der Schuld, die ein jeder von ihnen auf sich geladen hat …

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete einige Jahre als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen und hat schon immer eine Schwäche für die mystischen Landschaften Englands und Schottlands gehabt. Die Autorin lebt heute in Berlin.

Erster Satz:
Es waren nur wenige Bilder von damals im Kopf.

Inhalt:

Melinda, eine junge Deutsche mit englischen Wurzeln, lebt im Nachkriegs-Berlin 1948. Die Stadt ist noch ausgebombt und sie lebt zur Untermiete bei einem älteren Ehepaar. Während sie versucht ihr Leben nach der Trennung von ihrem Verlobten in geordnete Bahnen zu bekommen, erhält sie ein ominöses Paket ohne Absender. Es enthält Bilder von einer unwirklichen Landschaft, Liebesbriefe eines jungen Mannes und eine rote Schachfigur. Sie wundert sich, wer ihr so ein Paket zukommen lässt und macht sich auf eine Reise in die Vergangenheit.
In Dartmoor 1881 erkrankt Amalia an Scharlach und verliert ihr Gehör. Ihre Mutter, Elizabeth Sherwood sieht durch die Taubheit ihrer Tochter, den Weg in die bessere Gesellschaft für sich und ihrer Tochter Cathleen versperrt. So ist fortan Cathleen der ganze Stolz der Familie und wird als sie alt genug ist in die Gesellschaft eingeführt. Amalia hingegen verbringt ihre Zeit nun mit Spaziergängen ins Moor und dort lernt sie einen jungen Mann kennen und lieben. Aber bei einem heftigen Unwetter kommt Amalia im Moor ums Leben.

Aufbau:

Die Hardcover-Ausgabe beginnt mit einem Prolog und  147 kurzen Kapiteln, hinzu kommt eine Danksagung und Anmerkungen der Autorin. Des weiteren findet man im Innenteil des Hardcovers eine Landkarte von Mitteleuropa in der Nachkriegszeit.

Meinung:
Die Optik des Buches zieht den Leser direkt in den Bann. Das Cover ist sehr stimmig gehalten. Das alte Herrenhaus, Efeu, einen Brief in alter Schrift und Blüten geben einen ersten Eindruck vom Inhalt des Buches. Ich konnte es daraufhin gar nicht mehr erwarten in die Geschichte einzutauchen. Ein weiteres Highlight erwartete mich dann beim Aufklappen des Buchdeckels auf der Innenseite befindet sich eine Landkarte von Mitteleuropa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Deutschland ist in die vier Besatzungsszonen eingeteilt und alle wichtigen Orte der englischen Handlung findet der Leser auf der Karte wieder.

Neben den optischen Highlights besticht es durch die Art des Erzählens. Der allwissende Erzähler erzählt in zwei verschiedenen Erzählsträngen zum einen die Geschichte von Amalia und Cathleen im Jahr 1881 und den darauf folgenden Jahren und zum anderen Melindas Suche nach dem Ursprung des Pakets und die Hintergründe dazu im Jahr 1948 und folgende. Die wechselnden Erzähl- und damit auch Zeitsprünge geben dem Leser einen guten Einblick in das Geschehen und man ist immer ein Stückchen weiter als Melinda, die vieles erst noch erfahren muss.

Gerade wie Claire Winter Amalias Situation und den Weg beschreibt den sie als taubes Mädchen bzw. als junge Frau gehen muss, hat mich sehr berührt. Die Art und Weise wie Amalia sich mit Cathleen verständigt, ist ein erster Weg zur Zeichensprache, die sie allerdings im Beisein ihrer Eltern immer wieder unterdrücken muss, da sie für diese einfach nur befremdlich wirkt und sie es für schwachsinnig halten. Ihnen wäre es lieber, wenn sie Lippenlesen lernen würde und versuchen würde zu sprechen. Aber dies ist für Amalia der Horror. In genau diesen Punkten ist mir Elizabeth Sherwood, die aus armen Verhältnissen stammt, und ihr Mann John unsympathisch. Für sie ist Amalia nur ein Makel, der sie auf dem Weg in die bessere Gesellschaft behindert. Das dies mit einiger Sicherheit damals auch der Fall gewesen sein mag, ist aber nicht der alleinige Grund dafür, dass sich der ansässige Landadel schwer mit den Sherwoods tut. Denn man merkt viel zu sehr wie sie sich anbiedern und etwas besseres sein zu wollen, dabei aber in den Augen des Landadels ihre Herkunft verbessern. Elizabeth Sherwood erkennt dies aber nicht und schmiedet weiter ihre Ränke. Auch mit John Sherwood konnte ich im Laufe der Handlung nicht viel anfangen, ein Lebemann, der durch harte Arbeit zu viel Geld gekommen ist, aber zu Hause ganz unter dem Scheffel seiner Frau steht und ihr alles überlässt. Die einzige Person neben Amalia, die ich bei den Sherwoods ins Herz geschlossen habe, ist Cathleen, die nun ihrerseits die überzogenen Ansprüche der Mutter erfüllen muss. Sie ist eine herzensguter Mensch und versucht ihrer Schwester Amalia, mit der sie ein inneres Band verbindet bei zu stehen.  Dann wäre da noch ein weiterer wesentlicher Charakter aus der Vergangenheit: Lord Hampton. Ein Lebemann mit einiger Sicherheit, der aber auch sein Herz an die junge Amalia verliert und sich nur schweren Herzens den Widrigkeiten des Lebens unterwirft. Er leidet darunter und dies merkt man auch als Leser.
Claire Winter gelingt es ohne weiteres den Leser durch die gute Darstellung ihrer Protagonisten in den Bann zu ziehen, man leidet und man liebt mit den Charakteren.

Neben dem historischen Erzählstrang gibt es wie bereits erwähnt einen weiteren mit Melinda im Jahr 1948. Auch dieser ist gut durchdacht, man erfährt einiges über das Leben in Deutschland nach dem Krieg. Die Einquartierung der Ausgebombten bei fremden Menschen, die Lebensmittelknappheit, die zerstörten Straßen, die Besatzungsmächte und die Anfänge der Berlin Blockade.
Gerade diese bildhafte Beschreibung der Zeit machte es mir leicht der Handlung zu folgen, teilweise hatte ich das Gefühl durch das zerbombte Berlin zu laufen oder mich mit Melinda in der Zeitungsredaktion bzw. in der britischen Kommandantur zu befinden.
In diesen unsicheren Zeiten macht sich Melinda auf die Spur des Pakets. Sie bekommt die Möglichkeit einen Journalistenlehrgang in London zu machen und kommt so nach und nach auf die Spur des Pakets. Die Recherche und die Schwierigkeiten, die in England und im Dartmoor auftreten haben stückweit schon Krimicharakter und war sehr gut gemacht.

Beide Handlungsstränge laufen aufeinander zu und durch die ständigen Wechsel bleibt es spannend, wie oft ich bereits dachte, so muss es gewesen sein und das ist jetzt die Lösung, kann ich gar nicht mehr sagen. Immer wieder setzte Claire Winter noch eins drauf und somit blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten.

Fazit

“Die Schwestern von Sherwood” ist ein spannender historischer Roman, der durch den bildhaften Erzählstil von Claire Winter und einen spannend konstruierten Handlung begeistert.

Buchinfo:
Claire Winter – Die Schwestern von Sherwood
Hardcover 576 Seiten
Diana-Verlag 2013
ISBN-13: 978-3-453-29140-9
Preis: 19,99  €

Bewertung:
 

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Laura Antoni – Im Land der Kaffeeblüten

9783522201605

Klappentext von der Verlagsseite:

Geplatzte Träume, mutige Neuanfänge

Vier junge Frauen. Vier Schicksale. Ein Jahrhundert, das sie trennt. Und ein Land, exotisch und wunderschön, das sie miteinander verbindet: Guatemala. Während Margarete und Elise 1902 in einen dramatischen Strudel zwischen Liebe und Tod gerissen werden, entdecken Julia und Isabell das unkonventionelle Leben ihrer beiden Ururgroßmütter. Und kommen Geheimnissen auf die Spur, die schon viel zu lange verschwiegen wurden.

Eine Familiensaga aus dem Land der Maya.

Autoreninfo von der Verlagsseite:
Laura Antoni (Jahrgang 1964) ist Soziologin und interessiert sich für Auswandererschicksale, seitdem ihr Großvater von seinen Plänen berichtete, in den 1950er Jahren nach Mittelamerika oder Australien auszuwandern. Die Familie blieb in Deutschland, aber das Interesse an fernen Ländern hat sie Autorin nie mehr losgelassen.
Für ihre Doktorarbeit lebte Laura Antoni eine längere Zeit in den USA, von wo aus sie Reisen in die angrenzenden Länder unternahm.
Wenn sie nicht schreibt, spielt sie Doppelkopf (ohne Neuner), joggt leidenschaftlich gern und liest viel.
Laura Antoni lebt in Kassel und hält die Frauenquote in einem Männerhaushalt (ein Ehemann und fünf Macho-Kater) aufrecht.

Erster Satz:
“Margarete! Mar-ga-rete!”

Inhalt:
Laura Antoni erzählt in ihrem Jugendroman “Im Land der Kaffeeblüten” die Geschichte von Julia und Isabell und ihren Vorfahren Margarete und Elise, die um 1902  in Guatemala lebten.

Julia, die einen großen Teil ihrer Schulzeit auf einen Internat verbracht hat, und die Nachfahrin einer Kaffeedynastie ist, kommt auf eine staatliche Schule. Sie vermisst ihre Freunde und kann sich so gar nicht in die Schule eingewöhnen. Aber sie ist nicht die einzige Neue in der Klasse, da ist auch noch Isabell, deren Eltern als Entwicklungshelfer in Guatemala arbeiten und ihre Tochter nun nach Bremen zu ihrer Großmutter Lina geschickt haben um dort ihr Abitur zu machen.
Im Rahmen eines Geschichtsprojekts um die wirtschaftliche Entwicklung um die Jahrhundertwende bekommen Julia und Isabell gemeinsam ein Projekt zu gewiesen: Kaffeebauern in Guatemala.  Während ihrer Recherchearbeit stoßen sie dann auf ihre Ururgroßmütter Margarete Linden und Elise Hochmuth, die 1902 in Guatemala gelebt haben. Margarete ist die Tochter eines Kaffeeplantagen-Besitzer und Elise, die Tochter von Forschern die auf der Suche nach einem geheimen Tempel sind.
Julia und Isabell recherchieren im weiter und was sie herausfinden ist sehr interessant.

Meinung:

Das Buch ist schon optisch ein Highlight. Das Cover zeigt die Berge und den Regenwald Guatemalas sowie einen See. Es lädt zum Träumen und dies wird durch das sanfte rosa im Hintergrund,  dem Kolibri und der Orchideenblüte noch verstärkt. Nimmt man den Schutzumschlag ab ist der Einband in einem warmen beerenton gehalten. Aufgeklappt findet man auf den Innenband wieder die Orchideenblüten, die sich auch noch durchs Buch ziehen werden.

“Im Land der Kaffeeblüten” ist aufgeteilt in 54 Kapitel und einen Epilog. Weiterhin enthält das Buch eine Karte von Guatemala, Hintergrundinformationen, einem Glossar zu Begriffen aus Guatemala und eine Danksagung der Autorin.
Die Handlung spielt zu einem Teil in Guatemala 1902 und zum anderen Teil in Bremen des Jahres 2011. Den Guatemala-Kapiteln ist ein Kolibri vorangestellt und den Bremen-Kapiteln eine Orchideenblüte. Des weiteren sind bei Handlungssprüngen, die einzelnen Kapitel mit dem jeweiligen Handlungsort gekennzeichnet.

Laura Antoni zeichnet in ihrem Jugendroman vier verschiedene Lebenswege von jungen Frauen nach, zum einen um 1902 und zum anderen 2011.

Margarete lebt 1902 in Guatemala und ist die Tochter eines Kaffeeplantagenbesitzers, der sie nach Bremen schickt, damit sie eine gute Partie macht. Nach einem Jahr kehrt sie nach Guatemala zurück und ist entsetzt über die Verhältnisse auf der Kaffeeplantage. Sie fängt an um den Erhalt der Kaffeefarm zu kämpfen.

Die zweite wichtige Person um 1902 ist Elise. Als Tochter von Forschern kommt sie zum ersten Mal nach Guatemala und ihr gefällt es so gar nicht auf einen Muli durch den Dschungel zu reiten um ihren Eltern und ihrem Ziehbruder Georg beim Suchen eines alten Tempels zu helfen.

Zu Margarete und Elise gehört jeweils eine Nachfahrin aus dem Jahr 2011, die ebenso unterschiedlich sind, wie ihre Ahnin.
Julia, die Ururenkelin von Margarete, hat so ziemlich mit ihren Eltern zu kämpfen, da sie unbedingt in Fußstapfen ihrer Vorfahren treten soll und ins Kaffeegeschäft einsteigen soll. Ihr Weg ist vorgezeichnet, sowie der ihrer Ahnin. Wo Margarete zupackend ist und weiß, was sie will, ist Julia eher vorsichtig und zurückhaltend.
Das genaue Gegenstück zu Julia ist Isabell. Aus Guatemala nach Bremen gekommen, versucht sie sich in der Schule durchzusetzen und hält auch mit ihrer Meinung gegenüber Mitschüler nicht hinterm Berg. Man glaubt zu Beginn gar nicht, dass sie mit Elise verwandt ist, da sie weder ängstlich noch zurückhaltend ist.

Im Laufe der Geschichte entwickeln sich alle vier Protagonistinnen weiter, wobei ich bis zum Schluss Elise und Isabell mehr ins Herz geschlossen habe als Margarete und Julia. Die Kapitel mit Elise sind mir immer näher gegangen, als die von Margaret. Sie war für mich einfach greifbarer.

Neben den ausgereiften Protagonisten, die sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln und mich immer wieder erstaunt haben, lebt die Geschichte von den vielen Hintergrundinformationen zu Guatemala der heutigen Zeit, die von Isabell erzählt werden. Aber auch die Geschichte Guatemalas bezüglich der Kaffeeplantage, den Verhältnissen zwischen Indios und den Plantagenbesitzern wird beleuchtet, dieser Aspekt wird immer wieder in Margaretes Teil erklärt. Was wäre aber auch eine Geschichte, die in Guatemala spielt ohne die Mayas und ihre Tempelanlagen. Elise, die sich mit ihren Eltern auf die Suche danach gibt, erfährt auf ihrer Reise einiges darüber und zieht daraus für sich ihre eigenen Schlüsse.
Julia ist da wie der Leser – beide erfahren viel über Guatemala und fangen an so einiges in einem anderen Licht zu sehen.

Diese historischen Begebenheiten sind eingebunden in eine Liebesgeschichte, die damals so einige Schwierigkeiten und Ablehnungen mit sich führte.
Gerade diese Liebesgeschichte und auch die Sichtweisen der einzelnen Protagonistinnen werden sehr gefühlvoll und auch teilweise emotional dargestellt. So ist ihre jeweilige Handlungsweise glaubhaft und niemals hat man das Gefühl, dass die Personen fiktiv sind, sondern man fühlt sich ihnen nahe und man kann sie auch gut verstehen.

Wie bereits das Cover lädt auch der Inhalt zum Träumen ein, wenn man den Nebelwald beschrieben bekommt oder Margarete und Juan an den Wasserfall begleitet, mit Elise und ihrem Muli durch den Dschungel reitet und die Indiodörfer besucht, da fängt das Kopfkino an und hört so schnell nicht auf. Dieses Kopfkino behält man selbst dann bei, wenn man Guatemala verlässt und in die Gegenwart nach Bremen kommt. Ich sehe Linas Haus vor mir und die Gespräche zwischen Isabell und Julia und ihr Vertiefen in die Tagebücher von Elise. Gerade dies macht das Buch neben vieles andere so lesenswert.

Beide Handlungsstränge des Buches beschäftigen sich mit den Problemen von jungen Erwachsenen und man erkennt, dass die damals 1902 und heute 2011 in manchen Angelegenheiten gar nicht mal zu verschieden waren. Es geht um Selbstständigkeit, Verantwortungsgefühl und für die eigenen Belange einzustehen und dafür zu kämpfen.

Fazit

“Im Land der Kaffeeblüte” ist ein gelungener Jugendroman, der den Leser ins exotische Guatemala entführt und den Lebensweg von vier jungen Frauen gefühlvoll aufzeigt.”

Buchinfo:
Laura Antoni – Im Land der Kaffeeblüten
Hardcover 400 Seiten
Thienemann 2012
ISBN-13: 978-3-522-20160-5
Preis: 16,95  €

Bewertung:
 

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Rezensionsexemplar vom Thienemann-Verlag

Gestern ist folgendes Buch zu mir gekommen:

9783522201605

Klappentext von der Verlagsseite:

Geplatzte Träume, mutige Neuanfänge

Vier junge Frauen. Vier Schicksale. Ein Jahrhundert, das sie trennt. Und ein Land, exotisch und wunderschön, das sie miteinander verbindet: Guatemala. Während Margarete und Elise 1902 in einen dramatischen Strudel zwischen Liebe und Tod gerissen werden, entdecken Julia und Isabell das unkonventionelle Leben ihrer beiden Ururgroßmütter. Und kommen Geheimnissen auf die Spur, die schon viel zu lange verschwiegen wurden.

Eine Familiensaga aus dem Land der Maya.

Für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke ich mich herzlich bei
Laura Antoni und dem ThienemannVerlag

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Reading in English…

ist mein Projekt für die nächste Zeit. Auf dem realen SuB und auch im E-Book-SuB tummeln sich so einige englischsprachige Bücher. Und diese wollen auch mal gelesen werden. Daher hat die Wörterkatze für sich ein Projekt überlegt:

readinginenglish

Jeden Monat will ich ein Buch in Englisch lesen und werde hier darüber berichten.

Für den Dezember habe ich mir  “A boyfriend before christmas” von Caedem Marquez rausgesucht. Es liegt auf meinen Kindle bereit und ich freue mich schon darauf. Die Geschichte ist laut Amazon gerade mal 60 Seiten lang und soll humorvoll sein. Dann lasse ich mich mal überraschen.

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Virginia Ironside – Nein! Ich will keinen Seniorenteller

ironside_neinichwillkeinenseniorenteller

Klappentext von der Verlagsseite:
Herbst des Lebens? Generation Silber? Unsinn! Marie Sharp wird demnächst sechzig und damit schlicht alt. Ein Grund zum Feiern, wie sie findet. Schon wegen all der Dinge, die sie jetzt nicht mehr tun muss, wie etwa Volkshochschulkurse besuchen. Nichts hasst Marie so sehr wie umtriebige Senioren, die nur so alt sind, wie sich fühlen – sie stürzt sich lieber kopfüber in das Vergnügen, nicht mehr jung sein zu müssen. Dazu gehört ihre neue Rolle als Großmutter und eine alte Liebe. Denn Maries Jugendschwarm ist wieder zu haben…

Erste Meinung:
Vorweg ein tolles Buch. Es bringt einem zum Schmunzeln, zum Lachen und auch zum Kopfschütteln. Ironsides humorvolle Art zu schreiben, tut dabei ein übriges. Bereits nach wenigen Seiten ist mir Marie Sharp sympathisch geworden durch ihre freundliche Art, Neugier und ihr Durchsetzungsvermögen. Dabei ist sie keinsterweise knallhart, sondern hat auch ihre weichen Seiten. Dies merkt man vor allem bei ihren skurrilen Gedanken und auch ihre Ängste sei es um ihren Sohn Jack, ihren Enkel Gene, ihre Freunde oder um die Austauschstudentin Michelle. Ironside hat dies alles toll beschrieben und die Idee Marie Sharps Geschichte in Tagebuchform darzustellen hat mir gut gefallen. Ich freue mich auf die vielen weiteren Tagebucheinträge die noch kommen werden.

Erster Satz: “Also gut.”

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Angelika Lauriel – Bei Tränen Mord

Klappentext:
Immer wenn sie weinte.
Frühsommer in Saarlands heimlicher Hauptstadt Saarlouis. Die toughe Callcenter-Mitarbeiterin Lucy versteht die Welt nicht mehr. In ihrer Nähe sterben mehrere Menschen durch eigenartige Unfälle und alle haben sie kurz zuvor wüst beschimpft. Bald gilt sie als Hauptverdächtige. Die Tatsache, dass sie Kriminalkommissar und Traumtyp Frank Kraus
unwiderstehlich findet wie er sie, erleichtert die Ermittlung nicht gerade. Ist Lucy etwa psychisch gestört? Oder war am Ende doch alles nur Zufall?

Autoreninfo:
Angelika Lauriel, geboren in Saarbrücken, studierte Englisch und Französisch und lebte zeitweise in Frankreich, England und Italien. 1998 wurde der erste ihrer drei Söhne geboren.
Nach und nach begann das Schreiben – neben gelegentlichen Übersetzungsaufträgen und ehrenamtlichen Tätigkeiten im Spielkreis, Kindergarten und Schule – einen wichtigen Platz im Leben der Autorin einzunehmen. Heute lebt Angelika Lauriel mit ihrer Familie im Saarland. Die Autorin hat bereits zwei Kinderkrimis veröffentlicht.

Erster Satz:

Immer wenn ich weinen muss, passiert eine Katastrophe.

Inhalt:
Lucy arbeitet in einem Call-Center in Saarlouis und ist mit einem sehr eigenwilligen Chef gesegnet. Immer wenn sie gut Umsatz macht und erfolgreich ist, bekommt sie die “Horrorliste”. Auf dieser Liste stehen Kunden, die es den Call-Center-Mitarbeitern nicht leicht machen, sondern sie meist wüst beschimpfen.
Aber nicht nur der Job bereitet ihr so gewisse Probleme, sondern auch ihre snobistische Familie. Allen voran ihre Eltern und ihr Bruder und die ältere Schwester. Alle sehr erfolgreich in ihrem Beruf und sie verstehen partout nicht, weshalb ihre Tochter, der so viel gutes mit in die Wiege gelegt wurde, ausgerechnet in einem Call-Center arbeiten muss. Ihre einzige Verbündete aus dem Familienkreis ist ihre jüngere Schwester, die mit ihrer Lebensgefährtin eine Hühnerfarm bewirtschaftet.

Es ist mal wieder so ein Horrortag, erst gehen ihre geliebten Manolos kaputt, dann bekommt sie auch noch die Horrorliste serviert. Kein so guter Tag für Lucy und sie bricht in Tränen aus.
Und immer wenn sie weint geschieht eine Katastrophe. Bei ihr ist es so, dass nach und nach ihre Kunden von der Horrorliste das zeitliche segnen – immer auf skurrile Art und Weise – und immer kurz nach dem Lucy mit ihnen telefoniert hat.

Eigenartig ist dies und das findet auch der gutaussehende Kommissar Frank Kraus. Obwohl er sich von seiner Frau getrennt hat, lebt er noch im gemeinsamen Haus in der Kellerwohnung. Dadurch erlebt er einiges aus dem neuem Leben seiner Frau mit. Aber auch Lucy hat es ihm angetan mit ihren hübschen Füßen. Nur dumm, dass sie scheinbar etwas mit den Todesfällen zu tun hat. Frank Kraus ermittelt.

Meinung:
“Bei Tränen Mord” ist eine gute Mischung aus Chick-Lit und Krimi. Angelika Lauriel erzählt die Handlung aus der Sicht der beiden Protagonisten Lucy, die im Call-Center arbeitet und dem ermittelnden Kriminalkommissar Frank Kraus. Dabei wird Lucys Sicht der Ereignisse in der Ich-Form erzählt und damit gelingt es der Autorin ohne weiteres, den Leser an Lucy zu binden, die witzig, intelligent und einen Schuhtick hat. Ihr gelingt es auch immer wieder in die unmöglichsten Situationen zu kommen, die dann auch sehr lustig rüber kommen. Lucy ist einfach sympathisch und ich bin sie auch während der gesamten Lektüre nicht Leid geworden.

Auch Frank Kraus finde ich sympathisch und seine Sichtweise hat etwas beobachtendes, denn alles was er erlebt wird in der dritten Person geschrieben. So ist seine Sichtweise distanzierter und sachlicher, was ein großes Plus des Krimis ist. Seine Auftritte im Call-Center waren auch immer gut gestaltet, vor allem da Lucy sich immer sehr amüsant verhalten hat.

Angelika Lauriel schreibt viele kurze Sätze und so nimmt die Geschichte auch an Fahrt auf und ich konnte das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Grund dafür sind die Charaktere; die Spannung die entsteht, wenn wieder ein Todesfall zu beklagen ist – und der Leser rätselt immer mit, wer nun der Täter ist – und ob etwas zwischen Lucy und Frank Kraus laufen wird.

Selten habe ich es so bedauert, als ich die letzte Seite gelesen habe, und feststellte, dass die Geschichte aus ist. Ich hätte noch mehr von Lucy, ihrer verrückten, snobistischen Familie und Frank Kraus lesen mögen.

Fazit:
Ein guter Krimi mit vielen Chick-Lit-Anteilen. Wer einen lustigen Roman sucht, bei den es auch Todesfälle geben darf und um die Liebe geht, der ist hier sehr gut aufgehoben.

Buchinfo:
Angelika Lauriel – Bei Tränen Mord
Taschenbuch 278 Seiten
Gmeiner-Verlag 2012
ISBN-13: 978-3839212875

Bewertung:

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Heike Eva Schmidt – Purpurmond

Klappentext:
In einem Keller findet die 17-jährige Cat einen alten Halsreif und probiert ihn sofort an. Im nächsten Moment findet sie sich in Bamberg des Jahres 1632 wieder, zur Zeit der Hexenverbrennungen. Im 17. Jahrhundert fällt Cat mit ihren modernen Kleidern, ihrer modernen Sprache und ihren flammend roten Haaren auf wie ein bunter Hund. Es dauert auch nicht lange, und eine Horde Kinder singt ihr das Schmählied “Hexe, Hexe, du sollst brennen” hinterher. Cat weiß, dass sie so schnell wie möglich in die Gegenwart zurück muss, und mit Hilfe der kräuterkundigen Dorothea und deren sympathischen Bruder Jakob gelingt es ihr auch.
Aber zurück im Hier und Jetzt sind Cats Probleme nicht vorbei, denn der Halsreif lässt sich nicht mehr abnehmen, sondern zieht sich stattdessen langsam aber sicher zusammen. Wenn das so weiter geht wird Cat ersticken! Sie beginnt zu recherchieren und entdeckt, dass der Halsreif von einer in Bamberg verbrannten Hexe mit einem Fluch belegt wurde. Wenn Cat ihn brechen will, muss sie zurück zu Dorothea und Jakob, die die Einzigen sind, die ihr in ihrer Not helfen können….

Meinung:
Ich lese sehr gerne historische Romane und auch Handlungen mit Zeitreisen stehe ich nicht abgeneigt gegenüber, also Grund genug für mich “Purpurmond” von Heike Eva Schmidt zu lesen. Gerade das sich “Purpurmond” mit der Hexenverbrennung in Bamberg beschäftigt und dies in einem Jugendroman dargestellt wird hat mich noch neugieriger gemacht.
Also Buch in die Hand genommen und erst einmal das schöne Cover anschauen: Mit den Ranken und dem Schloss – sehr romantisch. Der Hardcover-Einband ist dann ganz in Pink gehalten.  Tolle Idee und auch optisch sehr schön.
Die Kapitelüberschriften beginnend mit dem Prolog, den 19 Kapiteln und Epilog sind in feiner Schrift dargestellt. So weit zum optischen.

Heike Eva Schmidt schreibt sowohl aus der Sicht von Cat, die mit ihren Eltern ins heutige Bamberg gezogen ist, als auch aus der Sicht Dorotheas, die im Bamberg des 17. Jahrhunderts als Kräuterfrau lebt.
Cats Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben, die einem die handelnde Person, natürlich näher bringt, da man immer wieder auch an ihren Gedanken teilhaben kann. Sie ist auch ziemlich tough, da sie sich in der Schule immer wieder wehren muss, wegen ihre Haarfarbe. Cat war mir von Beginn an sympatisch und im Verlauf der Zeitreisen mit ihren Verwicklungen und Schwierigkeiten ist sie mir noch sympathischer geworden.
Der zweite Handlungsstrang um Dorothea ist aus der Sicht des Erzählers geschrieben. Man beobachtet das Geschehen im 17. Jahrhundert und ist immer wieder entsetzt, wie viel Dorothea durchstehen musste.
Eine Handlung aus zwei verschiedenen Erzählperspektiven zu erzählen und dabei immer stringent zu bleiben ist schwierig, aber Heike Eva Schmidt ist dies blendend gelungen. Gerade diese Perspektivwechsel haben die Handlung spannend gemacht und auch die Verbindung der beiden Ebenen ist sehr gut gelungen. Gerade wieso und warum Cat und Dorothea zusammentreffen und ihr Leben miteinander in Verbindung steht ist ein Highlight von “Purpurmond”. Das wie und warum der Verbindung werde ich hier natürlich nicht preisgeben, sondern man muss es einfach selber lesen.
Neben der sehr guten Darstellung der beiden Hauptcharaktere sind auch die Nebencharaktere mit all ihren Facetten sehr gut dargestellt, sei es Daniel, sein Vater der Richter oder Jakob. Man kann ihre Handlungen nachvollziehen, auch wenn man sie nicht immer gutheißen mag.

Auch die Liebe kommt in diesem Young Adult Roman nicht zu kurz, aber auf ihr liegt nicht das Hauptaugenmerk, sondern auf die Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert. Auf die Liebesgeschichte werde ich hier nicht weitereingehen, da sie eine Schlüsselposition in der Geschichte einnimmt. Also besser selber lesen.

Ein rundum guter Jugendroman, in dem die Zeit der Hexenverfolgung, Liebe und Zeitreise gekonnt umgesetzt wurden. Absolut empfehlenswert!

Buchinfo:
Heike Eva Schmidt – Purpurmond
Hardcover 353 Seiten
PAN-Verlag 2012
ISBN-13: 978-3426283660
Preis: 14,99 €

Bewertung

Mein Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars geht an

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RuB-Zuwachs X/2012

Da ich noch ein Buch für eine Verwandte brauchte war ich mal wieder in meiner Stammbuchhandlung und irgendwie hat es mich magisch zu diesem Buch gezogen. Es hat förmlich nach mir geschrien: Nimm mich mit! Ich wollte standhaft bleiben und habe ihm mitgeteilt, dass ich noch viele Bücher hier stehen hätte und sicher ein anderer kommen wird und es mit mit zu sich nach Hause holen wird. Aber es beharrte darauf unbedingt zu mir nach Hause zu müssen: Ich mache mich so gut bei deinen anderen Büchern und ich nimm auch nicht viel Platz weg. Und ich bin ganz toll. Seufz, das so ein Buch auch so beharrlich sein muss. Es jammerte immer weiter und na gut, dachte ich mir dann auf eins mehr oder weniger kommt es nun auch nicht an. Jetzt hoffe ich nur, dass es auch hält was es versprochen hat…

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Kristan Higgins – Fang des Tages


Klappentext (von Amazon):
Maggie ist dreißig, chaotisch und Single. In einer typischen Ostküsten-Kleinstadt wahrlich kein Vergnügen! Das letzte Mal, dass sie den Mann ihrer Träume gefunden zu haben glaubte, hatte sie sich ausgerechnet in den neuen Priester von Gideon’s Cove verguckt – und die halbe Stadt mit ihrer Schwärmerei amüsiert. Die Lage ist ernst und Maggie allmählich verzweifelt. Bis ihr suchender Single-Blick auf Matthew Malone fällt. Augen so blau wie das Meer – der Fang des Tages? Oder angelt Maggie wieder einmal treffsicher nach dem falschen Traumprinzen?

Erste Meinung:
“Fang des Tages” ist mein erstes Buch von Kristan Higgins und bisher bin ich von ihrer Art zu Schreiben begeistert. Sie lässt ihre Protagonistin Maggie, die Geschichte ihres Single-Daseins erzählen und auch ihre unglückliche Liebe zu dem katholischen Priester Tim von Gideon’s Cove einer Kleinstadt im Bundesstaat Maine. Nach nun mehr Prolog und zwei Kapiteln bin ich gespannt, wie es mit Maggie, ihrer eineiigen Zwillingsschwester Christy, ihrem Bruder Jonah und den anderen von Gideon’s Cove weitergeht. Denn allein das Blinde-Date mit dem Krankenpfleger war zu lustig. Bisher humorvoll und lustig geschrieben mit einer Protagonistin, die nach ihrem Traummann sucht.

Erster Satz: “Mich in einen katholischen Priester zu verlieben, war nicht gerade die klügste Idee.”

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RuB-Zuwachs V/2012

Ich konnte es ja nicht lassen. Ich musste ja im Netz stöbern und dann hat mich Buchstabentraeume auch noch darauf aufmerksam gemacht das ein lang gewünschtes Buch als Taschenbuch veröffentlicht wurde. Aaaaah.  Nach dem mir “Die Dorfhexe” von ihr so gut gefallen hat, konnte ich es mir nun  nicht mehr verkneifen und ich hab’ auf den Bestellknopf gedrückt. Und schon ist das Buch bei mir.Und zwar dieses:

Klappentext:
Auckland, Neuseeland: Der Tod seiner über alles geliebten Tochter Miriam stürzt den jüdischen Musiker und Komponisten Adam in eine tiefe Krise. Alte Wunden, von denen er glaubte, sie seien längst verheilt, brechen wieder auf. Denn schon einmal in seinem Leben hat Adam einen Menschen verloren, der ihm alles bedeutete: Cecilia, Miriams Mutter – seine große Liebe. Adam erkennt, dass es für ihn nur einen Weg gibt, zu sich selbst zu finden. Und dieser Weg führt ihn zurück in die Vergangenheit: Nach Krakau, zu der tragischen Geschichte seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs, und schließlich nach Schweden, zu Cecilia, die er immer noch liebt.

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