Marianne Fredriksson – Geliebte Tochter


Klappentext:
Sie ist jung, attraktiv und genießt es, verliebt zu sein. Auch ohne feste Beziehung will die Architektin Katarina das Kind ihres Liebhabers Jack bekommen. Die Mutter Elisabeth reagiert, anders als Katarina erwartet, mit Verständnis und Freude. Doch Jack rastet aus. Außer sich vor Wut schlägt er seine Geliebte bewusstlos. Jetzt erkennt Elisabeth, dass sie die Wahrheit nicht mehr verschweigen kann. Sie muss erzählen, wovor sie die geliebte Tochter immer bewahren wollte.

Inhalt:
Katarina, selbstbewusst und unabhängig, will das Kind ihres Liebhabers Jack bekommen. Als dieser davon erfährt, schlägt er sie krankenhausreif. Als Katarina im Krankenhaus wieder erwacht, fallen ihr Erinnerungen aus ihrer Kindheit ein. Die alles andere als schön sind. Denn auch ihre Mutter wurde geschlagen und zwar über Jahre hinweg.
Katarina fragt sich, wieso ihre Mutter Elisabeth, die stark, intelligent und unabhängig ist, dies mit sich machen gelassen hat und sich nicht gewehrt hat. Wird auch das Ertragen von Gewalt vererbt und nicht nur die Gewaltneigung? Um dies zu begreifen erkennt Katarina, dass sie mit ihrer Mutter sprechen muss, denn nur so kann sie ihr Leben meistern. Sie redet mit ihrer Mutter und mit immer mehr aufkommenden Erinnerungen werden ihr auch Zusammenhänge klar und sie erkennt, weshalb Elisabeth ihren Mann nicht verlassen hat.

Meinung:
Mit „Geliebte Tochter“ packt Marianne Fredriksson ein heißes Eisen an: Gewalt gegen Frauen. Sie erzählt manchmal ziemlich nüchtern die Lebensgeschichte von Elisabeth, daher fällt es einem schwer in die Erzählung reinzukommen. Sehr gut gelingt es ihr dagegen die Annährung zwischen Katarina und Elisabeth darzustellen, die sanft erfolgt. Denn sie zeichnet die beiden Charaktere mit wenigen Worten vor und jeder Leser kann sich sein eigenes Bild von den beiden Frauen und ihren Männern machen. Wieder einmal eine schöne Erzählung von Marianne Fredriksson.

Buchinfo:
Marianne Fredriksson: Geliebte Tochter (Alskade barn)
Taschenbuch 288 Seiten
Fischer 2005
ISBN-13: 978-3596156177

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Flavia Bujor – Das Orakel von Oonagh


Klappentext:
Eine zweigeteilte Welt, bedroht vom Rat der Zwölf. Die drei jungen Mädchen Opal, Jade und Ambre, denen an ihrem vierzehnten Geburtstag das Schicksal in Gestalt einer alten Prophezeiung begegnet. Die Macht der Steine. Und die Kraft der Hoffnung, die alle Schrecken überwindet.

Inhalt:
Es ist eine phantastische Geschichte: Jade, Ambre und Opal, drei Mädchen, voneinander unabhängig aufgewachsen, bekommen an ihrem vierzehnten Geburtstag zu ihrem Namen passenden Stein überreicht. Weiterhin erhälte eine jede mysteriös klingende Worte über eine Prophezeiung. Sie erkennen, dass ihnen eine wichtige Aufgabe gestellt wurde und machen sich gemeinsam auf die „phantastische“ Reise zum Orakel, dass ihnen die Prophezeiung deuten soll. Einerseits wissen sie, dass sie die Aufgabe nur gemeinsam meistern können, andererseits sollen sie auch Gegnerinnen sein.
Auf ihrem langen Weg zum Orakel durchwandern, die Mädchen wundersame Märchenländer, die sowohl von Menschen als auch von magischen Fabelwesen bewohnt werden. Bald wird ihnen klar, dass die Prophezeiung ihnen eine sehr wichtige Aufgabe zugewiesen hat – sie müssen den Erwählten finden, der das Land vor seinem Untergang rettet – und dass die Schicksale der drei Mädchen, mit ihrem individuellen Charakter, untrennbar miteinander verknüpft sind. Werden sie der Aufgabe gewachsen sein und sie erfüllen können?

Meinung:
Das Buch habe ich vor fünf Jahren gekauft, als es als Taschenbuch erschienen ist. Es hat ja viel Vorschusslorbeeren erhalten und ich muss sagen, es ist noch nicht einmal so schlecht geschrieben. Es erinnert einem stark an die „Unendliche Geschichte“ mit seinen Fabelwesen und dem „Erwählten“. Aber trotzdem hat die Geschichte seinen eigenen Charakter, da drei auf die Reise geschickt werden und sie zusammen, die Prophezeiung erfüllen müssen, obwohl sie Gegnerinnen sind. Die Geschichte erzählt von Hoffnung und Zusammenhalt. Ein schöner Fantasy-Roman für zwischendurch.

Buchinfo:
Flavia Bujor: Das Orakel von Oonagh
Taschenbuch 320 Seiten
List 2004
ISBN-13:978-3548604404

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Richard Adams – Unten am Fluss

Klappentext:
Unten am Fluss – Watership Down ist die weltbekannte Sage eines vom Exodus bedrohten Kaninchengeheges. Ein ergreifendes Spiegelbild der menschlichen Gesellschaft und die mal anrührende, mal freche Geschichte eines langen Weges in die Freiheit.

Inhalt:
Eine Gruppe des bedrohten Kaninchenclans um den immer leicht verwirrten, hochsensiblen kleinen Hasenpropheten Fiver, beschließt, vor der unklaren Gefahr zu fliehen und ein neues Gehege zu suchen. Auf ihrer langen Odyssee erleben sie viele Abenteuer und Rückschläge. So treffen die Wild-Kaninchen während ihrer Reise, auf ihre domestizierten Verwandten treffen: diese leben gut, doch dafür werden regelmäßig einige geschlachtet. Hier müssen sie ihre raue Freiheit gegen eine Abhängigkeit in Luxus abwägen. Und erst spät wird ihnen bewusst, dass sie gar keine Weibchen unter sich haben – ihr Traum von einer neuen Kolonie gerät in ernsthafte Gefahr. Und so geht ein Teil von ihnen auf die Suche nach Weibchen, sie werden in einem anderen Gehege fündig, aber dies ist kein normales Gehege. Denn die Afrafas sind „diktatorisch“ geführt und dulden keine Flucht und geben auch keine Weibchen ab. Sie schaffen dennoch die Flucht und da sie immer noch keine Weibchen haben, versuchen sie die Afrafas nun mit Taktik zu überlisten. Gelingt es ihnen?

Meinung:
Ich habe das Buch vor Jahren gekauft, da ich die Zeichentrickserie „Watership Down“ so toll gefunden habe. Eine Freundin meinte, als sie das Buch bei mir entdeckte, du liest ein Kinderbuch. Mit nichten ist dies ein Kinderbuch. Es ist eine wunderbar erzählte Fabel. Die Kaninchen sind vermenschlicht dargestellt, so dass sie ein Abbild unserer Gesellschaft bilden. Einerseits die Kaninchen um Fiver und Hazel, die frei und ungebunden sind und dann auf der anderen Seite zum einen die domestizierten Kaninchen um Strawberry und die unterdrückten Afrafa-Kaninchen. Adams gelingt es den Menschen über die Geschichte der Kaninchen einen Spiegel vors Gesicht zu halten. Ein tolles Buch und eine tolle Geschichte. Sie ist anrührend, traurig und man fühlt von der ersten bis zur letzten Seite mit. Absolut zu empfehlen. Denn es ist kein Kinderbuch und auch nicht einfach eine Tiergeschichte.

Buchinfo:
Richard Adams: Unten am Fluss (Watership Down)
Taschenbuch 654 Seiten
Ullstein 2004
ISBN-13: 978-3548259376

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