Dienstag und es ist damit Zeit für Asaviels Aktion “Gemeinsam Lesen” .
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Gerade lese ich “August 1914” von Barbara Tuchman und bin auf Seite 110.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Im Safe des Herrn von Below-Saleske, des deutschen Botschafters in Brüssel, lag ein versiegelter Umschlag, der ihm am 29. Juli von einem Sonderkurier aus Berlin gebracht und mit dem Befehl übergeben worden war, ihn “erst zu öffnen, wenn Sie telegraphisch von hier aus dazu angewiesen werden”.
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
“August 1914” beschreibt den ersten Monat des 1. Weltkriegs. Barbara Tuchman zeigt den Weg bis dahin auf und zeichnet in einer erzählenden Geschichtsschreibung auch jenen ersten Monat des Krieges auf. Bisher gefällt mir ihr Tonfall sehr gut, sie zeigt nüchtern die Fehler von England, Frankreich, Russland und Deutschland auf, und auch das der Krieg verhindert hätte werden können. Aber auch das niemand von Beginn an mit offenen Karten gespielt hat und ein Abwägen auf allen Seiten da war. Mir kommt es fast so vor, als ob sie alle doch noch überrascht waren, dass es los ging, obwohl sie alle schon Jahre darauf hingearbeitet hatten.
4. Kommen in deinem aktuellen Buch Tiere vor? Wenn ja, welche und haben sie eine besondere Rolle? Wenn nein, welches Tier würdest du gerne hineindichten, wenn du der Autor wärest?
Bisher kommen die Pferde nur als Reittiere vor. Aber ich meine mich zu erinnern, dass sie im 1. Weltkrieg mit in den Krieg gezogen sind.
“Waiting on Wednesday” wird von Jill gehostet! Auf mein heutiges WOW habe ich schon vor zwei Jahren ein Auge drauf geworfen, allerdings war die Hardcover-Ausgabe zu teuer und nun kommt es am 21. August im Fischer-Verlag als Taschenbuch heraus:
Die Geschichte eines ungeheuren Jahres – der internationale Bestseller jetzt als hochwertiges Taschenbuch!
»Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen – Illies’ Geschichten sind einfach großartig.« Ferdinand von Schirach
Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich. Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.
Was uns unvorstellbar erscheint – Sabine Kuegler hat es erlebt: Als Tochter deutscher Forscher verbrachte sie ihre Kindheit mitten im Dschungel von West-Papua, bei einem vergessenen Stamm von Kannibalen. Bis sie siebzehn war, kannte sie keine Autos, kein Fernsehen und keine Geschäfte. Sie spielte nicht mit Puppen, sondern schwamm mit Krokodilen im Fluss – und erlebte schon früh die alten Rituale des Tötens. Die Natur war ihr Spielplatz, der Dschungel ihre Heimat, der Himmel ihr Dach. Heute, nach Jahren in Europa, ist ihre Seele gefangen zwischen zwei Kulturen. Sabine Kuegler weiß, dass sie zurückkehren muss – zurück in eine Welt, die für viele nicht mehr existiert.
“Dschungelkind” erzählt einen Teil der Lebensgeschichte von Sabine Kuegler. Bei jeder Zeile und bei jeder neuen Begebenheit, die sie über ihr Leben bei den Fayus in West-Papua erzählt war ich sprachlos und beeindruckt. Sie erzählt es so nah und eindrucksvoll, dass man glaubt direkt mit dabei gewesen zu sein. Später wird es deutlich wie viel Mühe sie hat, sich in der Schweiz einzugewöhnen. Vieles ist für sie absolutes Neuland, Straßenbahnen, Busse oder auch die Masse an Lebensmitteln in den Supermärkten. Für Sabine Kuegler eindeutig ein Kulturschock mit dem sie versucht umzugehen. Ein wahnsinnig aufwühlendes und teilweise auch nachdenklich machendes Buch über unsere Lebenswelt und die eines bis dato unbekannten Stammes.
Eigentlich hasst Peter Katzen. Schon immer. Als ihm seine Freundin dann aber eines Tages ein kleines und überaus hübsches Kätzchen schenkt, ist es Liebe auf den ersten Maunz. Und auch wenn Kater Norton das Leben des passionierten Junggesellen komplett auf den Kopf stellt – wird Peter vielleicht gerade dadurch die wichtigste Lektion seines Lebens lernen?
Peter Gethers ist wirklich kein Katzenliebhaber, denn sonst hätten seine Freundinnen schon früher Erfolg gehabt und eine Katze wäre eingezogen. Aber dies dauerte und dann kam Norton, ein kleiner grauer Kater und somit war es um den Katzenfeind Peter Gethers geschehen. Denn wer könnte auch schon dem Blick einer Scottish-Fold-Katze mit den geknickten Ohren widerstehen. Gelinde gesagt, mir gelang es auch nicht, denn allein aufgrund des Covers habe ich mir das Buch zugelegt und ich wurde auch nicht enttäuscht. Peter Gethers erzählt von seinem Leben mit Norton und es ist charmant geschrieben. Aber eindeutig etwas für Katzenliebhaber, da es sich um eine Katze dreht, die ihrem Herrchen den Weg weist.
Ausgerechnet der Darm! Das schwarze Schaf unter den Organen, das einem doch bisher eher unangenehm war. Aber dieses Image wird sich ändern. Denn Übergewicht, Depressionen und Allergien hängen mit einem gestörten Gleichgewicht der Darmflora zusammen. Das heißt umgekehrt: Wenn wir uns in unserem Körper wohl fühlen, länger leben und glücklicher werden wollen, müssen wir unseren Darm pflegen. Dast legen die neuesten Forschungen nahe. In diesem Buch erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders vergnüglich, welch ein hochkomplexes und wunderbares Organ der Darm ist. Er ist der Schlüssel zu Körper und Geist und eröffnet uns einen ganz neuen Blick durch die Hintertür.
Sollte ich wirklich mal ein Buch über den Darm lesen, wird das nicht – na ja, sagen mir mal etwas zu persönlich, oder gar eklig? Nein, das wird es eindeutig nicht, denn Guilia Enders gelingt es mit unheimlich viel Humor und Witz dem Leser dieses wirklich unterschätze Organ näher zu bringen. Noch nie, hat für mich ein Buch mit medizinischen Fachbegriffen anhand von drei großen Kapitel, es so leicht und prägnant fertig gebracht den Darm mit seinen Eigenheiten und Fähigkeiten näher zu bringen. Sie macht dies auf eine sehr humorvolle Art mit witzigen Überschriften und Zeichnungen. Hut ab und wirklich eine tolle Lektüre, die auch einiges erhellendes hat, sei es über den Aufbau des Darms, die Mikroben oder was man seinem Darm gutes tun kann.
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