“Waiting on Wednesday” wird von Jill gehostet! Mein heutiges WoW erscheint bereits am 24. November und ist der vierte Teil der Frederika Bergmann-Reihe. Die ersten beiden Bände habe ich bereits im Regal stehen und ich liebe schwedische Krimis. Bei diesem Buch hier hat mich das geniale Cover und auch der Klappentext angesprochen, lange muss ich ja nicht mehr warten und es wird vom Limes Verlag verlegt.
Um Hunderte Menschenleben zu retten, muss die Wahrheit über einen einzigen Mann ans Licht kommen
Eine vollbesetzte Boeing 747 hebt in Stockholm ab und fliegt in Richtung New York. Kurz nach dem Start wird ein Drohbrief an Bord gefunden, laut dem das Leben von über 400 Passagieren in Gefahr ist. Kriminalkommissar Alex Recht muss das Flugzeug vor der Explosion bewahren, doch dazu benötigt er die Hilfe und den Scharfsinn von Fredrika Bergman. Und allzu bald wird den beiden klar, dass die Flugzeugentführung einen teuflischeren Grund hat, als sich die Ermittler vorzustellen vermögen. Denn der Kopilot des Flugzeugs ist niemand anderes als Alex‘ Sohn Erik …
Die allseits geliebte Tally wird 100 Jahre alt. Halb Crozet macht sich auf den Weg, um mit der alten Dame zu feiern. So auch Mary „Harry“ Haristeen und die Katze Mrs. Murphy. Kurz vor dem Fest bekommen die Organisatorinnen jedoch Streit. Und wenig später wird eine Leiche gefunden. Harry und Mrs. Murphy versuchen, Schlimmeres zu verhindern. Wird es ihnen gelingen?
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Während Flo und Mariah sich ihre gegenseitige Antipathie kundtaten, trat Inez allein an ein Fenster, das nach Norden ging.
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Ich <3 die Bücher um Mary “Harry” Harristeen und ihre Katzen Mrs. Murphy, Pewter und der Corgi-Hündin Tee Tucker. “Die Geburtstagskatze” ist bereits der 18. Band der Reihe und auch wenn manche Bände spannender und andere langatmiger sind, warte ich jedes Mal auf einen neuen Band. In “Die Geburtstagskatze” feiert Tally Urqhuardt ihren 100. Geburtstag. Ich liebe diesen Charakter, sie hat unheimlich viel Witz und ist auch die einzige, die ihre Tochter Marilyn Sanburne sen. noch zur Räson bringen kann. Überhaupt mag ich die liebenswerten Charaktere von Crozet in Virginia und bete bei jedem neuen Band, dass Rita Mae Brown nicht einen meiner Lieblinge das zeitliche Segnen lässt.
4. Es wäre Zeit für Neues von…. ? Welcher Autor sollte eurer Meinung nach ganz bald mal wieder ein Buch schreiben? Oder gibt es eine Reihe, wo du denkst “Mensch, da könnte aber noch ein Teil kommen!!” ?
Da muss ich jetzt eine Weile überlegen, denn sowohl Frank Schätzing als auch Kai Meyer haben in diesem Jahr erst ein neues Werk veröffentlicht, ebenso Haruki Murakami, Margaret Atwood, Arne Dahl, Yrsa Sigurdardottir, Martin Walker und der neue Deborah Crombie lässt ja auch nicht mehr lange auf sich warten. Donna Leon schreibt ja auch weiter an Commissario Brunetti und im Januar erscheint ja auch ein neuer Falk. Von meinen Lieblingsautoren geht mir also so schnell der Stoff nicht aus. Stewart O’Nan und Stephen King haben auch erst wieder veröffentlicht, daher würde fast nur John Irving, Anne Holt und Arnaldur Indridason in meiner Liste fehlen, die könnten auch bald wieder ein Buch rausbringen. Obwohl von denen auch noch einige hier zum Lesen bereit liegen. :-)
Plötzlich steht der ehrgeizige junge Philosoph Karl Borchert vor dem Nichts. Kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag scheitert das Projekt, mit dem er sich endgültig in der Wissenschaft etablieren wollte. Da kommt es ihm gerade recht, dass der hinfällige alte Professor Leonard Habich ihm anbietet, sein Privatsekretär zu werden. Habich will endlich ein bahnbrechendes Werk zum Abschluss bringen, an dem er seit Jahrzehnten arbeitet. Doch über dieses Vorhaben schweigt er sich aus, und als Borchert auf Habichs abgelegenem Wohnsitz unweit von Berlin eintrifft, geschehen von Anfang an merkwürdige Dinge …
Jonas Winner, geboren 1966 in Berlin, promovierter Philosoph, arbeitete nach dem Studium in Berlin und Paris als Journalist, Redakteur für das Fernsehen und als Drehbuchautor (ARD, ZDF, Sat.1). Sein Fortsetzungsthriller „Berlin Gothic“ sorgte im Netz für Furore. 2012 konnte er mit „Der Architekt“ im Knaur Taschenbuch einen großen Erfolg feiern. Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.
Erster Satz:
“Willst Du, oder soll ich.”
Aufbau:
“Das Gedankenexperiment” umfasst 400 Seiten aufgeteilt in zwei Teile. Der erste Teil enthält 37 Kapitel und der zweite Teil 17 Kapitel. Außerdem gibt es einen Prolog, Epilog, Nachwort und Quellenangaben. Vor dem Prolog gibt es noch die Frontispiz von Albrecht Dürers Melancholia II.
Inhalt:
Karl Borchert, ein junger aufstrebender Philosoph, steht vor dem nichts, sein Experiment ist von der Forschungsgemeinschaft abgelehnt worden und nun ist er auch seine Assistentenstelle an der Universität los. Vor dem Nichts stehend und an sich zweifelnd nimmt er das Angebot seines Professors, für den bekannten Philosophen Leonard Habich zu arbeiten, an. Die Sichtung, Verwaltung und Aufbereitung der Unterlagen Habichs soll er auf Habichs Schloss in Urquadt an. Schon in seiner ersten Nacht wecken ihn schreckliche Laute, die ihn nicht mehr ruhen lassen und auch die Unterlagen Habichs irritieren ihn. Vieles kommt ihn mysteriös und verrückt vor, vor allen dann, wenn Habich von einem baldigen Durchbruch redet. Was meint er damit?
Meinung:
Zunächst dachte ich, dass mich mit Jonas Winner Buch “Das Gedankenexperiment” einen Kriminalroman beziehungsweise eine spannende Erzählung erwarten wird. Weder das eine noch das andere war es, aber “Das Gedankenexperiment” war spannend und hat mich immer wieder zum Nachdenken gebracht.
Denn in erster Linie ist “Das Gedankenexperiment” ein philosophischer Wissenschaftsthriller, eine Gruselgeschichte und auch ein philosophischer Roman. Letzteres hat mir bei den vielen Gedankengängen, die sowohl Leonard Habich als auch Karl Borchert an den Tag legen, gelegentlich überfordert. Sehr oft musste ich nachschlagen, was nun gemeint sein könnte. Auch wenn die erwähnten Philosophen Heidegger, Seneca, Wittgenstein und Galilei als auch die Spieltheorie und Sprachtheorie ein klitzkleines bisschen vertraut sind aus der Vergangenheit, so hat mich gerade manchmal diese brachiale Gewalt an philosophischer Information überwältigt.
Aufgelockert wird der stetige philosophische Diskurs durch die Berichte der Urquardt-Kommission und fiktiven Buchausschnitten. Da sind dann die Momente, wo die durch Winner erzeugte “Gedankenspirale” aufgelockert wird. Je weiter ich in dem Buch gekommen bin, desto mehr habe ich mich auch gegruselt. Denn aus dem stark philosophischen Buch wurde eine Gruselgeschichte, die Jonas Winner sehr gut dargestellt hat. Sei es mit den Experimenten von Habich oder Winner, dem eigenartigen Hausdiener oder den schrecklichen Lauten. Alles Elemente der Schauergeschichten und auch sehr passend in die Handlung eingeflochten. Hatte mich die Philosophie noch abgeschreckt, so hat mich gerade diese Schauerelemente am Lesen gehalten. Nun wollte ich endlich wissen, woher die merkwürdigen Laute stammen, was Habich mit den Experimenten vor hatte und wie der Prolog zu den Handlungsweisen auf Schloss Urquardt passt. Der Zusammenhang wurde mir erst wesentlich später klar, vielmehr erst im letzten Viertel der Handlung.
Auch spielt die Frontispiz eine wichtige Rolle in dem Buch und während des Lesens habe ich mir immer wieder das Bild der Melancholia II angeschaut und nach Hinweisen gesucht. Grundlage des Gedankenexperiments von Habich sind die drei skeptischen Paradigmen von Platon, Descartes und Wittgenstein. Dabei geht es immer um die Täuschung. Ist Platons “Sein” eine Täuschung? Oder sind es die “Sinneseindrücke” von Descartes oder die “Sprache” von Wittgenstein? Gibt es ein viertes Paradigma der Täuschung an der Habich arbeitet? Gibt es eine ideale Sprache? Diese philosophischen Fragen erörtert Winner im Laufe des Buches und je mehr ich gelesen habe, desto mehr fragte ich mich, was ist bei Borchert bereits Wahn oder Täuschung oder ist es doch alles real, was er lebt? Immer wieder fragte ich mich, ist Borchert die ganze Zeit getäuscht worden, sein ganzes Leben lang? Denn Täuschung könnte man als das Grundthema des Buches ansehen. Bis zum Ende hin bin ich nicht aus der Geschichte schlau geworden, aber es hat mich fasziniert und einen Bereich der Philosophie gezeigt, der mir bisher gänzlich unbekannt war.
Fazit
“Das Gedankenexperiment” von Jonas Winner ist nicht nur ein philosophischer Wissenschaftsthriller, sondern auch eine Gruselgeschichte. Ein Buch für alle, die gerne in die Welt der Philosophie eintauchen.
Buchinfo: Jonas Winner – Das Gedankenexperiment Hardcover 400 Seiten Droemer Knaur 2014 ISBN-13: 978-3-426-28105-5 Preis: 19,99 €
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